Der Microblogging-Dienst Twitter warnte Anfang März vor Phishing-Attacken auf seiner Plattform. Biz Stone, Mitbegründer des Internetservices, hatte im Twitter-Blog erläutert, wie schnell Nutzer der Plattform Opfer von Phishing werden können. Dies könne etwa geschehen, wenn sie blindlings den vermeintlich von Freunden versandten Direktmails vertrauen und auf einen in der Nachricht enthaltenen präparierten Link klicken. Dieser könne auf gefälschte Twitter-Login-Webseiten oder auf mit Spam vollgepackte Internetseiten führen. Nun kündigte Del Harvey, Leiterin des Twitter-Sicherheitsteams, den Start einer großangelegten Sicherheitsmaßnahme an.
Twitter filtert URLs in Direktmails
Bislang konnte Twitter Phishing und Spam erst entdecken, nachdem entsprechende Attacken stattgefunden hatten. Ab sofort werden alle in Twitter-Direktmails und E-Mail-Benachrichtigungen enthaltenen Links über ein spezielles Filtersystem geroutet, um bereits im Voraus mögliche Gefahren auszuschalten. Gefährliche Links ließen sich mit dem Filter entdecken und abfangen. Die Weiterverbreitung über die Twitter-Plattform könne somit verhindert werden. Selbst wenn ein solcher Link bereits in einer E-Mail-Benachrichtigung verschickt worden sei und ein Nutzer diesen anklicken würde, sei das Twitter-Sicherheitsteam in der Lage den Anwender zu schützen. Bei der Nutzung des 140-Zeichen-Dienstes wird sich nichts ändern, da das Routing und die Linkkontrolle im Hintergrund stattfinden. Eventuell könnten Nutzer aber vermehrt auf twt.tl-Links stoßen, dem Format des Twitter eigenen URL-Verkürzers.
Beim Umgang mit dem Kurznachrichtendienst ist jedoch auch weiterhin ein gewisses gesundes Misstrauen ratsam - wie bei jedem Internetservice. Am Anfang der Woche hatte der Sicherheitsexperte AVG zehn Tipps zum sicheren Twittern zusammengestellt. Im Vordergrund stehen dabei etwa der sorgsame Umgang mit persönlichen Daten und die Wahl eines geeigneten, sicheren Passwortes.
Jörg Schamberg