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Dienstag, 09.03.2010 12:21

Apple-Pläne: Webspeicher für Musik und Filme

aus dem Bereich Sonstiges

Apple arbeitet am nächsten Superlativ: Seit Juni 2009 baut der Konzern im US-Bundesstaat North Carolina für geschätzte 1 Milliarde US-Dollar ein riesiges Rechenzentrum, das als Internet-Speicherbank dienen soll. Bereits in diesem Frühjahr sollen iTunes-Nutzer dabei die Möglichkeit erhalten, Kopien ihrer Musiksammlungen auf Apple-Servern zu speichern und weltweit abzurufen, so das US-Onlinemagazin Cnet. Doch die Pläne gehen noch weiter: Auch Filme und Serien sollen zukünftig per Stream abgespielt werden können. "Im Grunde genommen wollen sie die Festplatte abschaffen", zitiert das Portal einen ungenannten Insider. Entsprechende Verhandlungen mit großen Filmstudios seien im Gange, gestalteten sich laut Cnet aber schwierig.

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Gegenwind aus Hollywood

Als Teil dieser Strategie gilt die erfolgreiche Übernahme des Musikdienstes Lala im Dezember 2009, mit der sich Apple die nötige fachliche Kompetenz für ein eigenes Streaming-Angebot einkaufen konnte. Gegenwind kommt allerdings nicht nur von den Konkurrenten Google, Amazon und Co., sondern auch von Verhandlungspartnern in Musik- und Filmindustrie. Während Apple mit iTunes im Musikbereich eine enorme Marktmacht besitzt, ist der Einfluss in Hollywood begrenzt. Insbesondere das Anfang April erscheinende iPad soll aber offenbar perspektivisch von einem eigenen Video-Angebot profitieren.

Doch die Produzenten geben sich zurückhaltend und befürchten die einseitige Festlegung auf eine Plattform. Sie seien nicht an eingeschränkten Diensten interessiert, so der Medienexperte James McQuivey gegenüber Cnet. "Die wollen eine Welt, in der Verbraucher eine Beziehung zu den Inhalten haben – und nicht zu bestimmten Geräten oder einem Dienst", sagt der Analyst. Apple könnte daher gezwungen werden sicherzustellen, dass über iTunes erworbene Inhalte fast überall - etwa auch auf Mobiltelefonen von Nokia - abspielbar sind. "Das ist bisher absolut Apple-untypisch", sagt McQuivey. Jedoch fehle dem Unternehmen diesmal die Macht, Bedingungen zu diktieren.

Neues DRM-System für Filme in der Entwicklung

Ein Grund: Zu viele Anbieter tummeln sich bereits in diesem Sektor, die eher den Vorstellungen der Traumfabrik entsprechen; ein neues Rechte- und Vermarktungssystem wird zudem gerade entwickelt. Verantwortlich dafür zeigt sich das Digital Entertainment Content Ecosystem (DECE), ein Konsortium aus 21 führenden Unternehmen der Film- und Technologiebranche. Schwergewichte wie Adobe Systems, Cisco Systems, Hewlett-Packard, Microsoft, Twentieth Century Fox Film, Panasonic, Intel, Samsung, Sony und Warner Bros. Entertainment arbeiten gemeinsam an neuen Standards für zukünftige Streaming-Angebote, die plattformübergreifend abspielbar sein sollen.

Laut McQuivey unterliegt auch Apple einem Zwang zur Kooperation, sollten iPad-Fans das Gerät zum Abspielen von Hollywood-Filmen nutzen wollen. "Apple ist keinesfalls in der Lage, die Wünsche seiner Kunden zurückzuweisen oder zu begrenzen", so der Experte. Ein Monopol wie im Falle iTunes wird es daher aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ein zweites Mal geben.

Christian Wolf
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