Bezahlinhalte im Internet nehmen zu, auch die Deutsche Telekom will kräftig mitmischen. Der Bonner Konzern bietet zahlreiche Webinhalte für seine 65 Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland gegen entsprechende Gebühr an. Abgerechnet wird in der Regel über die Telekom-Rechung. So können T-Mobile-Kunden seit der vergangenen Woche Inhalte von BILDmobil und Spiegel per Telefonrechnung zahlen. Doch die Telekom ist auch – mit derzeit etwa 20 Prozent - an dem Internet-Bezahldienst "ClickandBuy" beteiligt. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet nun, dass der Konzern von René Obermann die komplette Übernahme von "ClickandBuy" plant.
Verschmelzung von "ClickandBuy" und "T-Pay"?
Demnach seien die Verhandlungen schon weit fortgeschritten. "Wenn da nichts mehr dazwischenkommt, wird das über die Bühne gehen", beruft sich die "FTD" auf informierte Kreise. Seit Wochen würde an der Integration von "Clickandbuy" in die Telekom-Strukturen gearbeitet. Denkbar sei ein Verschmelzen mit dem bereits bestehenden Telekom-Bezahlungssystem T-Pay. Mit "ClickandBuy" könnte sich die Telekom auch außerhalb der eigenen Kundschaft neue Kundenkreise erschließen. Die Nutzung des Bezahldienstes ist für die Kunden komfortabel gelöst. Nur bei der Registrierung müssen die Konto- und Kreditkartendaten einmalig hinterlegt werden, danach reicht das Einloggen mit den "ClickandBuy"-Zugangsdaten auf einer Website eines Partnerunternehmens aus, um gekaufte Waren oder Dienstleistungen – etwa in Apples iTunes Store - zu bezahlen.
Seit Februar können außerdem Nutzer des
sozialen Netzwerkes Facebook mit einem kleinen
Zusatzprogramm auch kleinere Geldbeträge an Freude versenden.
"ClickandBuy" soll komplett von der Telekom übernommen werden. Screenshot: onlinekosten.de
Kein Kommentar zu Übernahmeverhandlungen
Angaben zu einem möglichen Kaufpreis sickerten nicht durch. Beide Unternehmen lehnten laut der Zeitung einen Kommentar zu den möglichen Übernahmegesprächen ab. Die Mehrheit bei "ClickandBuy" – ein Anteil von mehr als zwei Drittel - ist im Besitz zweier Familien, zudem ist Chiphersteller Intel mit etwa zehn Prozent beteiligt. Im vergangenen Jahr soll das Volumen der über "ClickandBuy" gehandelten Waren und Dienstleistungen laut "FTD" auf über eine Milliarde Euro gestiegen sein.
Jörg Schamberg