Je mehr dabei sind, desto besser. Denn: "Ist die Mindestzahl erreicht und der Deal läuft noch, bekommen alle weiteren Kunden garantiert den Rabatt", erklärte ein Sprecher des Portals im Gespräch mit unserem Magazin. Aber wer geht schon gern allein ins Kino oder Restaurant? Auch hier haben die Berliner Betreiber eine Antwort parat: Mit einem Link am Angebot können die Nutzer den Deal ihren Freunden empfehlen. Je mehr desto besser, so die Idee. Schließlich steigt damit die Chance auf ein Schnäppchen, das man gemeinsam mit Freunden nutzen kann.
Freunde werben, Guthaben kassieren
Pro angeworbenem Mit-"Dealer" gibt es außerdem 6 Euro aufs Guthaben für kommende Aktionen. Dass diese nach zwei Monaten verfallen, erfahren allerdings nur Leser, die sich im Freunde-Werbetext bis zu den FAQ durchkämpfen. Im Hauptteil ist davon nicht die Rede.
Wer teilnehmen will, muss ein Profil mit Adresse anlegen. Das Lastschriftverfahren erfordert auch Konto- oder Kreditkarten-Angaben. Wer mit Daten geizt, wird hier die Nase rümpfen: Citydeal.de bekennt sich in den AGB zum deutschen Recht, die Daten-Herausgabe an Dritte wird aber nicht ausdrücklich ausgeschlossen. Und der Hinweis auf Verwendung der Daten, "um Ihnen exklusive Angebote zuzusenden", kommt einem Einverständnis zu Werbemails gleich.
So sehen sie aus: Ein Gutschein von Citydeal.de. Bild: Onlinekosten.de
Davon können die Teilnehmer sich zwar per E-Mail distanzieren. Aber auf die kundenfreundliche Checkbox, die der Nutzer nur dann anwählt, wenn er wirklich an Werbung interessiert ist, hat der Betreiber leider verzichtet.
Hotzbrinck-Ventures mit an Bord
Aber davon lassen sich die Nutzer nicht abschrecken. "Wir sind von der Resonanz beeindruckt", so der Sprecher über die ersten Erfolge des Berliner Betreibers mit dem Marketing-Konzept, das in den USA offenbar bereits Erfolge feiert. Die Gründer Holtzbrinck-Ventures, die Otto-Tochter eVenture Capital Partners und der Berliner IT-Berater Rocket Internet haben nach Betreiberangaben gemeinsam 4 Millionen Euro investiert, um dem Startup zum Erfolg zu verhelfen. Kürzlich wurden in einer zweiten Finanzierungsrunde erneut rund 5 Millionen Euro zugesichert. Eine weitere Finanzierungsrunde ist in Vorbereitung. CityDeal.de plant, das Geld in seine weitere Expansion und umfangreiche Marketingmaßnahmen zu investieren. Und die Chancen auf Erfolg stehen nicht schlecht: Citydeal.de beschäftigt bereits rund hundert Mitarbeiter. Der Gewinn entsteht durch Provision für verkaufte Rabattaktionen.
"In den großen Städten geht die Teilnehmerzahl der Deals schon in den sechsstelligen Bereich." Und darum ist die 2009 gegründete Firma auch bereits auf Expansionskurs: Für Spanien, Italien, die Schweiz, Großbritannien und Österreich wurden bereits Tochterportale gestartet.
Citydeals für Großstädter
Datensicherheit ist ein zentrales Thema – zahllose Skandale haben die Internet-Gemeinde aufgerüttelt. Hier könnte citydeal.de noch nachbessern und in Sachen Kundenvertrauen deutlich punkten. Wer aber am Ende des Geldes oft noch zu viel Monat vor sich hat, kann sich mit Citydeal.de öfter einmal eine Auszeit gönnen, ins Kino gehen oder sich in einem schicken Restaurant verwöhnen lassen.
Vor allem Großstädter profitieren, denn die Chance auf einen Deal steigt mit der Zahl der potentiellen Teilnehmer. Aber auch die Anbieter gewinnen, denn wer als Gutschein-Kunde kommt, bleibt vielleicht als Dauergast erhalten - und wählt statt des Curry-Klassikers öfter mal die "Extrawurst" aus Straußenfleisch.