Die deutschen Wettbewerber hinken bei den Innovationen hinterher. Xing und StudiVZ führten Applikationen erst zwei Jahre später ein, reklamieren aber für sich, beim Datenschutz sorgfältiger gearbeitet zu haben. Einen Feed mit dem Namen "Deutschland in Echtzeit" bekommen VZ-Nutzer laut Riedl irgendwann in diesem Jahr zu Gesicht.
Daten sammeln von Nicht-Mitgliedern
Beim Umgang mit Nutzerdaten bietet Facebook jedoch Angriffsfläche. Im Dezember zum Beispiel gab das Unternehmen den Mitgliedern einerseits mehr Kontrollmöglichkeiten darüber, wer auf ihre Inhalte Zugriff hat. Profilfotos, die bislang nur Freunde sehen konnten, kann seitdem aber jeder Internetsurfer einsehen. Deutsche Datenschützer prüfen, ob sie dagegen vorgehen.
Vor ein paar Wochen wurde zudem bekannt, dass Facebook auch über Nicht-Mitglieder Daten sammelt, etwa beim Abgleich von Adressen mit dem Multimedia-Handy iPhone. Diese werden genutzt, um neue Mitglieder zu werben. Das Netzwerk verweist darauf, dass Mitglieder dem in den Datenschutzregeln zustimmen müssen und sich außerdem die E-Mail-Adressen löschen lassen. Generell wiederholt das Unternehmen aus Kalifornien immer wieder, dass Nutzer die Kontrolle darüber haben, welche Informationen sie preisgeben und welche nicht.
Innovationsarmut bei VZ-Netzwerken
Die VZ-Netzwerke hatten ihrerseits auch Probleme, zuletzt als 2009 ein Hacker eine Sicherheitslücke ausnutzte und Daten von 1,6 Millionen Jugendlichen aus SchülerVZ herunterlud. Andererseits ließ die Firma den TÜV Süd prüfen, wie es um die Sicherheit der Daten bestellt ist und schmückt sich seit Januar mit einem Siegel der Tester.
Bei der Podiumsdiskussion auf der CeBIT konnte Facebook sich nicht verteidigen - das Unternehmen hatte keinen Vertreter geschickt. Viele Zuhörer widersprachen Riedl aber. Über Twitter-Meldungen, die während der Diskussion auf eine Leinwand projiziert wurden, bezeichnete einer die Kritik als "klares Zeichen von Resignation". Was die Leute von den VZ-Netzwerken zu Facebook treibe, seien "Innovationsarmut" und ständige Vorfälle beim Datenschutz, schrieb ein anderer.