Moderne Technik spielt aus Sicht von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz. Ohne deren Einsatz seien die notwendigen Verbesserungen nicht möglich, sagte Röttgen am Freitag auf der CeBIT in Hannover. Als Beispiel nannte er intelligente Stromnetze, um den Verbrauch besser zu steuern.
Anreize für Privatverbraucher
Der Präsident des IT-Verbandes BITKOM, August-Wilhelm Scheer, sagte, die Bundesregierung solle den Ausbau intelligenter Energienetze stärker in den Mittelpunkt der Klimapolitik zu rücken. "In wenigen Jahren werden sehr viele Haushalte Strom nicht nur abnehmen, sondern auch einspeisen - dank der Solarzellen auf dem Dach, einem Blockheizkraftwerk im Keller oder dem Elektroauto in der Garage." Einer BITKOM-Umfrage zufolge hat jeder vierte Bürger bereits darüber nachgedacht, Energie zu produzieren und ins Stromnetz einzuspeisen. Bei den 30- bis 50-Jährigen seien dies sogar 40 Prozent.
Röttgen verwies auf die am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Neuregelungen zur Förderung der Solarenergie, die wegen der geplanten Kürzungen umstritten sind. Röttgen sagte aber, vorgesehen sei auch, dass für nicht ins Netz eingespeisten und selbst verbrauchten Strom der Bonus von 3 auf 8 Cent je Kilowattstunde für Anlagen bis zur Größe von 800 Kilowattstunden steigt. Dies schaffe Anreize für Privatverbraucher.
Umweltschutz als Chance
Umweltfreundlichere Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK), "Green IT", gehört zu den Schwerpunkten der CeBIT. Einer Studie zufolge könnten nach Darstellung des BITKOM durch eine zunehmende Nutzung von ITK im Jahr 2010 bis zu 25 Prozent der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen eingespart werden. "Prototypen können am Rechner gebaut und erprobt werden, Pendler werden zu Telearbeitern, Videokonferenzen ersetzen Flüge." Dies eröffne der IT-Branche zudem neue Geschäfte. ""Für unsere Branche ist Umweltschutz keine Last, sondern eine Chance", sagte Scheer.
Michael Posdziech
/ dpa