Die Filmindustrie kann in ihrem Kampf gegen die unkontrollierte Verbreitung ihrer Streifen einen neuerlichen Erfolg verzeichnen. Die Software-Firma Real Networks gab in einem Rechtsstreit mit sechs Hollywood-Studios nach und stampft nun das DVD-Kopierprogramm RealDVD ein. Die bisherigen 2.700 Käufer sollen ihr Geld zurückbekommen.
Das Ende von RealDVD
RealDVD sollte den Kopierschutz weder aushebeln noch umgehen, sondern kopierte den Inhalt einer DVD inklusive Film, Menüs und Extras 1:1 auf eine Festplatte. Ausschließung von dort ließ sich der Inhalt dann jederzeit abspielen. Eine Kopiersperre verhinderte ein Brennen von Festplatte auf externe Medien. Die Klage der Hollywoodstudios gegen Real Networks war bereits im Oktober 2008 vor einem Bezirksgericht in Los Angeles erhoben worden. Die Filmstudios hatten dem RealDVD-Hersteller vorgeworfen, auf illegale Weise den Urheberrechtsschutz zu umgehen. Nur eine Woche später wurde gerichtlich ein vorläufiger Verkaufsstop von RealDVD verordnet.
"Wir sind froh, diesen Rechtsstreit hinter uns zu lassen", sagte Unternehmenschef Bob Kimball am Mittwoch. Eine Richterin hatte zuvor wenig Hoffnung darauf gemacht, dass Real Networks als Sieger aus einem Prozess herausgehen könnte. Das Software-Unternehmen zahlt 4,5 Millionen Dollar an die Gegenseite zur Begleichung der Anwaltskosten. Die Film- und die Musikindustrie gehen seit Jahren mit harten Bandagen gegen das Kopieren ihrer Inhalte vor, das sie für enorme Umsatzeinbußen verantwortlich machen.
Jörg Schamberg
/ dpa