Es komme darauf an, dem Autofahrer zielgerichtete Angebote zu machen, die einen echten Nutzwert hätten, sagte ADAC-Verkehrsexperte Johann Nowicki. Denn: "Internet im Auto ist nicht umsonst." Und Ulrich Chiellino, Verkehrspsychologe des ADAC, sagt: "Der Autofahrer könnte unterschätzen, dass er die volle Aufmerksamkeit für das Autofahren braucht." Internet an Bord könnte zu Ablenkungen führen, die Unfallgefahr könnte dadurch steigen. Grundsätzlich sei zu fragen, welche zusätzlichen Anwendungen der Autofahrer wirklich brauche: Sind dies auch die aktuellen Börsendaten?
iPhone & Co. für das Auto
Nach dem Willen der Industrie aber sollen im "IT-Auto" der Zukunft iPhone, Apps und Konsorten zum Standard gehören. Besonders weit ist Ford. Der US-Autobauer hat bereits die zweite Generation seines Sync-Systems am Start. Dieses bindet Handys, Notebooks und MP3-Spieler in die Bordelektronik ein.
Die IT-Giganten treiben die Entwicklung voran. Der weltgrößte Software-Konzern Microsoft ist dabei besonders umtriebig. So verhalf er jüngt dem südkoreanischen Autobauer Kia zu dessen Kommunikationssystem UVO, das Ende des Jahres in die ersten Modelle eingebaut werden soll. Auch Fords Sync basiert auf Microsoft-Technologie. Weitere Partner sind Fiat und Conti.
Bei Europas größtem Autobauer Volkswagen arbeiten die Ingenieure derzeit unter anderem daran, verschiedene Multimedia-Handys mit der VW-Bordelektronik auf eine Wellenlänge zu bringen - ab Sommer zum Beispiel auch das iPhone von Apple. Das können die Fahrer dann steuern, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Die Software bezieht der Autobauer dabei von den Handy-Herstellern - die Einbindung übernimmt er selbst. "Wir machen das selbst", sagte ein Sprecher. Ein Grund seien die unterschiedlichen Produktzyklen. Ein Handy halte sich ein halbes Jahr auf dem Markt - ein Automodell aber sechs Jahre.
Jörg Schamberg
/ dpa