Samstag, 06.03.2010 17:01

Mensch 2.0 - digitale Datenspuren im Netz

aus dem Bereich Sonstiges

Ob am heimischen PC oder bei Gespräch übers Handy, beim Einkauf mit der Kreditkarte oder der Fahrt in der S-Bahn: Der moderne Mensch hinterlässt vielfältige Datenspuren - auch ohne Vorratsdatenspeicherung. Diese Informationen wecken Begehrlichkeiten bei Staat und Wirtschaft. Welche Daten wo anfallen und wer darauf Zugriff hat - ein Überblick.

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Spuren beim Telefonieren oder Surfen

Wer per Handy oder Festnetz mit seiner Umwelt in Kontakt tritt, hinterlässt Spuren. Die Telekommunikationsanbieter benötigen Daten zu Gesprächen und verschickten SMS, um die monatliche Abrechnung zu gestalten. Es sei denn, man hat einen Pauschaltarif. Gleiches gilt für Internetverbindungen, allerdings gehen immer mehr Nutzer mit einer "Flatrate" online.

Telekom, Vodafone und Co. dürfen die Daten bis zu sechs Monate aufbewahren. In dieser Zeit können Polizei und Justiz bei einem Verdacht auf "Straftaten erheblicher Bedeutung" Einblick verlangen.

Wer im Internet unterwegs ist, hinterlässt vielfältige digitale Spuren. Die großen Suchmaschinen Google und Bing speichern etwa Suchbegriffe und IP-Adresse. Wer nicht regelmäßig seinen Internet- Browser reinigt und beispielsweise Cookies löscht, lässt sich ein Profil anwachsen, das viel über das Surfverhalten und damit über die Person verrät.

Daten werden in sozialen Netzwerken freiwillig preisgegeben

Viele Menschen geben allerdings auch freiwillig etwas von sich preis - etwa wenn sie Kundenkarten nutzen. Die Unternehmen verteilen Bonuspunkte und sammeln dafür detaillierte Informationen über die Konsumgewohnheiten der Käufer. So lässt sich das Einkommen schätzen und gezielt Werbung an den Mann oder die Frau bringen. Auch in Online-Netzwerken wie StudiVZ und Facebook gibt sich mancher Nutzer erstaunlich offenherzig.

Auch auf der Straße oder in der S-Bahn hinterlassen Bürger Spuren - etwa weil sie ins Visier von Überwachungskameras geraten. Wie viele genau im Land installiert sind, weiß niemand. Die Erkennung von Gesichtern, vor der jüngst Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) warnte, ist nach jetzigem Stand der Technik aber nur unter Laborbedingungen möglich. Doch die Industrie arbeitet daran.

Jörg Schamberg / dpa
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    Zuletzt kommentiert von thomaspen am 07.03.2010 um 16:43 Uhr
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