Videodownloads, unbegrenzter Speicherplatz im Netz und Schulunterricht am Notebook: Die IT-Branche schwelgt auf der Computermesse CeBIT wieder in Zukunftsfantasien für das Internet. Doch ohne schnelle Internet-Verbindungen zerfällt die schönste Videoanwendung in einzelne Pixel. Politik und Wirtschaft suchen deshalb nach Lösungen, wie in ganz Deutschland Breitbandverbindungen angeboten werden können. Die Telekombranche setzt stark auf Verbindungen via Mobilfunk und Satellit.
Drei Prozent der Haushalte ohne schnelles Internet
"Breitbandnetze sind der Standortfaktor Nummer eins", sagt Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme. "Keiner kann sich in Deutschland mehr leisten, kein Breitband zu haben." Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Bernd Pfaffenbach betont: "Im Industriegebiet sind nicht nur die Straßen wichtig, mindestens ebenso wichtig ist der Internetzugang."
Doch immer noch haben drei Prozent der deutschen Haushalte nicht einmal Zugang zu einem Anschluss mit einer Übertragungsrate von einem Megabit je Sekunde - der einfachsten DSL-Leitung. Von den 50 Megabit, die die Bundesregierung für drei Viertel der Haushalte bis 2014 verspricht, sind die meisten Einwohner noch weit entfernt. Der Ausbau ist teuer und gerade in den Randgebieten versprechen sich die Konzerne nur wenig Umsatz.
Zweifel an Breitbandzielen der Bundesregierung
In der Branche zweifelt man deshalb daran, schon in diesem Jahr überall in Deutschland Internetverbindungen mit einem Megabit pro Sekunde anbieten zu können. "Das Breitbandziel der Bundesregierung für 2010 ist nicht zu erreichen", sagt Telekom-Deutschlandchef van Damme. Auch der Alcatel-Lucent-Chef in Deutschland, Alf Henryk Wulf, warnt vor Hindernissen: "Ich sehe einige Tücken, zum Beispiel die deutlich verspätete Frequenzvergabe."
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