Der Streit zwischen Google und Microsoft geht in eine neue Runde. Ausgangspunkt sind dieses Mal kurioserweise unbezahlte Rechnungen eines kleinen Google-Kunden. Die unbekannte Internetfirma schuldet dem Suchmaschinen-Primus 335.000 Dollar für Werbeanzeigen. Google reichte Klage ein und bekam eine Antwort, die das Unternehmen - wie es das "Wall Street Journal" am Montag formulierte - niemals erwartet hätte.
"Was zum Teufel ist das?"
Google flatterte eine 24-seitige Wettbewerbsklage ins Haus, die Google in mehreren Punkten den Missbrauch seiner Marktführerschaft vorwirft. "Meine erste Reaktion war 'Was zum Teufel ist das?'", sagt Rechtsanwalt Mark Sheriff, der Google in den Fall vertritt. Vor allem machte ihn stutzig, wen sich die Gegenseite als juristischen Beistand geholt hatte: Charles Rule von der Großkanzlei Cadwalader, Wickersham & Taft. "Es kommt nicht jeden Tag vor, dass eine große Kanzlei aus Washington wie Cadwalader sich in eine Inkassoklage in Ohio einmischt."
Der Verdacht: Microsoft steckt dahinter. Zumal Rule und seine Kollegen eine weitere kleine Internetfirma gegen Google vertreten. Das "Wall Street Journal" nannte es einen "Stellvertreterkrieg", der da vom Zaun gebrochen sei. "Es ist klar, dass unsere Wettbewerber Gerichtsdokumente in aller Welt durchforsten, um dann selbst in die Klagen gegen Google einzusteigen", sagte ein Sprecher des Internetkonzerns. Ziel sei es letztlich, Informationen für eine breit angelegte Wettbewerbsklage zu sammeln.