"Konservativ und visionslos" – so bezeichneten nach Informationen des "Handelsblatt" führende Manager bereits vorab das neue Telekom-Strategiepapier "Strategie 2.0" von Konzernchef Rene Obermann. Es liefere keine Antworten darüber, wie das Unternehmen zukünftig wachsen wolle. Offiziell veröffentlicht werden soll der Ende 2009 angekündigte Fünf-Punkte-Plan aber erst Mitte März. Sein Ziel: Leitlinien und Lösungen für die wachsenden Herausforderungen in der Branche.
Konzentration auf klassische Geschäftsfelder
Laut "Handelsblatt" setzt die Telekom weiterhin primär auf ihre klassischen Geschäftsfelder. In Ländern, in denen das Unternehmen lediglich mit eigenem Mobilfunknetz vertreten ist, sollen bestehende Kapazitäten weiter ausgebaut werden. "Obermann glaubt fest daran, dass er mit dem mobilen Internet die Umsätze steigern kann", so ungenannte Führungskräfte gegenüber der Zeitung. Wichtigster Auslandsmarkt dieser Art sind die USA. Zuletzt musste die Telekom-Tochter T-Mobile USA dort jedoch massive Verluste und zahlreiche Kündigungen von Kunden hinnehmen. Als einer der Hauptgründe gilt trotz milliardenschwerer Investitionen die unzureichende Netzabdeckung. In der Folge musste die Gewinnprognose des Gesamtkonzerns gesenkt werden und Spekulationen über einen Börsengang der US-Tochter machten die Runde. Auch eine Ausgliederung des wichtigen Nordamerika-Geschäfts wird für möglich gehalten, allerdings dürfte ein Komplettverkauf damit vorerst vom Tisch sein. Im ebenfalls schwierigen Mobilfunkmarkt Großbritannien setzt die Telekom auf ein Kooperationsmodell: in der kommenden Woche soll die Fusion von T-Mobile UK mit der französischen Orange vollzogen werden.
Konvergente Endgeräte und Integration vormals getrennter Bereiche. Bild: Telekom
Im Märkten, die sowohl im Festnetz- als auch Mobilfunkbereich abgedeckt werden, zielt Obermann auf die zeitnahe Zusammenführung beider Sparten. Im Zentrum stehen dabei nach "Handelsblatt"-Angaben konvergente Endgeräte und Produkte, die man per Handy, PC oder Fernsehen nutzen kann. Im Geschäftsbereich wollen sich die Bonner mit T-Systems auf "vernetztes Arbeiten mit eigenen Lösungen für verschmolzene IT- und Telekommunikationsanwendungen" konzentrieren. Ebenfalls geplant sind weitere Zukäufe nach dem Vorbild der Strato-Übernahme und "Innovationen", um sich von den Wettbewerbern abzuheben.