E-Mails sind bequem und schnell - und darum auch so beliebt, nicht nur zur Weihnachtszeit nehmen sie zunehmend der Deutschen Post den Brief aus der Hand. Umso ärgerlicher, wenn Mails scheinbar tagelang im Netz herumirren oder im Nirwana verschwinden, denn dann sinkt der flotte E-Brief ganz schnell auf Schneckenpost-Niveau zurück. Und bei Geschäftspost droht richtig Ärger. Zurück in der Posthorn-Steinzeit sahen sich Anfang Februar viele E-Mail-Nutzer von Freenet.de- und Google Mail.
E-Mails tagelang im Daten-Nirwana
Mails von Freenet- an Google-Accounts verschwanden offenbar oder trudelten erst nach Tagen im Google Mail-Posteingang ein, wie ein Leser unserer Redaktion mitteilte. "Ich hab eine neue Email erhalten", heißt es da frustriert im Google-Forum, "2,5 Tage Versandzeit: Briefpost wäre schneller!" Nutzer, die Weiterleitungen von Freenet auf Google Mail eingerichtet hatten, griffen zur Umleitung über ein Drittkonto. Das half vorübergehend, war aber "wenig zufriedenstellend".
Ähnliche "Dramen" spielten sich in der onlinekosten.de Community und im Freenet Forum ab. Die Nutzer ärgerten sich nicht nur über die verschleppten Mails, sondern über fehlendes Feedback. "Wir arbeiten dran" über mehrere Tage war vielen nicht genug.
Auch der POP3-Abholdienst von Google Mail schaffte keine Abhilfe. Die Mails wurden zwar aus dem Freenet-Konto gesaugt, berichteten die Nutzer. Sie tauchten aber nicht oder verspätet bei Google Mail auf. Gemeinsamer Tenor: "Das ist alles ziemlich unbefriedigend, ich brauche einen zuverlässigen Mail Account!"
Freenet: "Leck gestopft"
Um die Ursachen rankten sich Gerüchte. Der eine hielt den Rollout von Google Buzz für verantwortlich, der andere tippte auf eine Freenet-Sperre bei Googlemail wegen hohen Spamaufkommens.
Die gute Nachricht: Das Problem ist gelöst, die Mails fließen wieder. Die schlechte: Hundertprozentige Sicherheit vor einer Wiederholung gibt es nicht. Aber das gelte für jedes E-Mail-Konto, so ein Freenet-Pressesprecher auf Anfrage von onlinekosten.de.
Offenbar habe es von Freemail-Konten vermehrtes Spam-Aufkommen gegeben. Der Spamfilter von Google Mail hätte wohl ganze Arbeit geleistet – da sei die ein oder andere reguläre Mail mit ins Netz gegangen. "Das Leck ist aber jetzt gestopft", so die Pressestelle. Man habe effektiv und eng mit Google zusammengearbeitet. "Wir tun unser Möglichstes, um auszuschließen, dass so etwas noch einmal vorkommt." Aber Spammer sind findig – und eine Garantie gibt es nicht.