Für Kunden von Kabel BW wird es in diesem Jahr etliche Neuerungen geben. Kabel BW-Chef Harald Rösch kündigte auf der Euroforum Jahrestagung "Die Zukunft der Kabel-TV-Netze" in Köln die Einführung von Mobilfunkangeboten sowie echtes "Video on Demand" an.
Hollywood-Blockbuster per Video on Demand
Online-Videos im Netz - etwa über YouTube - bezeichnete Rösch als einen der größten Trends. Video on Demand habe in Deutschland noch Nachholbedarf. Gefragt sei insbesondere auch das zeitversetzte Sehen von TV-Inhalten. Während Kabel BW im Bereich HDTV mit derzeit 19 Sendern bereits sehr gut positioniert sei, soll in diesem Jahr ein "Video on Demand"-Angebot für Kunden des Kabelnetzbetreibers folgen. Verträge mit allen großen Hollywoodstudios seien bereits über den Münchener Dienstleister On Demand Gruppe abgeschlossen worden. Der Vorteil eines solches Angebotes gegenüber DSL-Anbietern: Der Film könne direkt starten, es müsse kein Download oder Buffern erfolgen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Filmbibliothek, die neben Blockbustern auch ältere Filmklassiker enthalten soll, auch um aktuelle TV-Inhalte ergänzt werden. Diese seien dann auf Wunsch jederzeit abrufbar.
Für Kunden, die sich gerade einen neuen HD-Receiver gekauft haben, gibt es unterdessen schlechte Nachrichten. Die Einführung des VoD-Angebotes erfordert zur Nutzung der interaktiven Dienste spezielle Software-Updates. Daher würden künftig nur die von Kabel BW direkt zum Kauf oder zur Miete angebotenen Receiver Video on Demand unterstützen.
Mobiles Internet für Kabel BW-Kunden
Neben dem TV-Bereich setzt Kabel BW - wie bereits seit längerem schon Kabel Deutschland - auch auf Wachstum über ein eigenes Mobilfunk-Angebot. Es sei bereits ein Vertrag mit einem Mobilfunknetzbetreiber unterzeichnet worden, Details wollte Rösch noch nicht bekanntgeben. Neben Telefonie werden Kabel BW-Kunden demnächst auch ein Angebot zur Nutzung des mobilen Internets finden.
Rösch sah sein Unternehmen insgesamt gut auf dem Markt positioniert. Aktuell seien bereits 85 Prozent - rund zwei Millionen Haushalte - des Netzes auf 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) aufgerüstet, bis Mai soll die Umstellung auf den Standard DOCSIS 3.0 abgeschlossen sein. Die schnelle Bandbreite wirklich in Anspruch nehmen derzeit allerdings nur rund 40.000 Haushalte.
Jörg Schamberg