Immer wieder werden verkaufswillige Domaininhaber zu Opfern krimineller Geschäftemacher. Auch aktuell wird von neuen Fällen mit beträchtlichem finanziellen Schaden für die Betroffenen berichtet. Die Domainverkaufsplattform Sedo warnt daher eindringlich vor zwielichtigen Angeboten und hat die Top 3 der beliebtesten Betrugsmaschen im Domainhandel zusammengestellt.
Gutachten-Betrug: Vorgetäuschtes Kaufinteresse
Am häufigsten beobachtet werden derzeit vorgetäuschte Domain-Kaufangebote, die lediglich dem Umsatz fragwürdiger Gutachter dienen. Typischerweise erhält der Inhaber einer Domain dabei eine deutsch- oder englischsprachige E-Mail von einem angeblichen Kaufinteressenten. Dieser bietet einen vergleichsweise hohen Preis, verlangt jedoch als "Absicherung" im Voraus ein Gutachten über den tatsächlichen Wert der Domain. Beiläufig werden dem Verkäufer dabei mehrere angeblich unabhängige Gutachtenanbieter genannt, deren Bewertungen akzeptiert würden: "Ich werde nur Zertifikate akzeptieren, denen ich vertrauen kann. Um Fehler zu vermeiden, habe ich in einem Internet-Forum Experten um Rat gefragt, welchen Bewertungsfirmen man trauen kann." Eines dieser Angebote wird geschickt als beste Option präsentiert. So heißt es etwa: "Dort ist zu erkennen dass [Gutachtenanbieter 1] ein kompetenter und einigermaßen günstiger Bewerter ist. [Gutachtenanbieter 2] scheint auch zuverlässig zu sein, jedoch kostet eine Bewertung dort 200$/Stunde."
Auszug einer Betrugsmail: Kostenpflichtiges Gutachten bei vorgegebenen Anbietern gefordert.
Quelle: Sedo / Screenshot: onlinekosten.de
Wer nun ein solches – natürlich kostenpflichtiges - Gutachten bestellt, hat sein Geld umsonst investiert: der vorgeblich so interessierte Käufer ist plötzlich nicht mehr erreichbar. Hier liegt der Verdacht nahe, dass Mitarbeiter des Gutachtenanbieters selbst hinter der Offerte stecken und auf diese Weise für Umsatz sorgen. Sedo empfiehlt daher im Zweifelsfall, den Interessenten um die Kostenübernahme für das Gutachten zu bitten und dafür einen niedrigeren Kaufpreis in Aussicht zu stellen. Auch eine Teilung der Kosten kann vorgeschlagen werden. Erste Ansätze zu Domainpreisen liefert zudem völlig kostenlos das automatisierte Sedo-Bewertungstool.