Donnerstag, 18.02.2010 12:05

"WSJ": Weltweite Hackerattacke aufgedeckt

aus dem Bereich Sonstiges

Nahezu unbemerkt sollen Hacker bereits seit 18 Monaten in weltweit koordinierten - und noch andauernden - Angriffen in eine stetig steigende Zahl von Computer-Netzwerken eindringen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, seien inzwischen bereits über 2.400 Unternehmen, Banken und Regierungsbehörden rund um den Globus betroffen. Der Start der Attacke soll 2008 in Deutschland erfolgt sein.

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Schon fast 2.500 Unternehmen weltweit betroffen

Ein Mitarbeiter des Computer-Sicherheitsunternehmens NetWitness hatte die Hacker-Aktivitäten nach Angaben der US-Zeitung am 26. Januar entdeckt, das wirkliche Ausmaß des Schadens werde derzeit noch untersucht und betroffene Unternehmen informiert. Den Datendieben soll aber der Zugriff auf persönliche Daten wie Kreditkarten-Details und geheime Firmeninformationen möglich gewesen sein. Das FBI habe inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Geknackt worden sein sollen nach jetzigem Stand 75.000 Computer in 196 Ländern. In mehr als 100 Fällen seien die Hacker auf die Server der Unternehmen gelangt und drangen auch in die Computer von mindestens zehn US-Regierungsbehörden ein. Die Länder mit den am meisten betroffenen Rechnern seien Ägypten, Mexiko, Saudi-Arabien, die Türkei und die USA.

Hacker-Attacke startete in Deutschland

Die Menge der gestohlenen Daten und deren weitere Verwendung sei derzeit noch unklar. Betroffen seien unter anderem der Pharmariese Merck sowie die Paramount Filmstudios. Merck und Cardinal Health, ein weiteres attackiertes Unternehmen, erklärten, dass sie das Problem eingegrenzt hätten. Bei Merck wurde etwa nur ein infizierter PC entdeckt und isoliert, sensible Daten seien nicht betroffen gewesen.

Ende 2008 hätten die Hacker zunächst in Deutschland damit begonnen Mitarbeiter von Unternehmen auf manipulierte Webseiten zu locken oder zum Öffnen von E-Mail-Anhängen zu bewegen, die mit der Spyware ZeuS infiziert waren. Laut NetWitness sollen eine kriminelle Gruppe osteuropäischer Hacker hinter den Attacken stecken und dabei auch Computer in China verwendet haben.

Erst im vergangenen Dezember waren Hacker-Attacken auf Google und andere US-Unternehmen bekanntgeworden, für die China verantwortlich gemacht wurde. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte sich Ende Januar für eine Verurteilung von Internet-Hackern ausgesprochen.
Jörg Schamberg
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