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Deutsche Telekom will im Wettstreit um mobile Internetkunden das Feld nicht kampflos den neuen Konkurrenten überlassen. "Wir müssen die Strategie anpassen. Denn es gibt genug Unternehmen da draußen, die den Kuchen des Telekommunikationsgeschäfts anknabbern wollen", sagte der für das Europageschäft zuständige Telekom-Vorstand Guido Kerkhoff der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Gerätehersteller, Softwareentwickler und nicht zuletzt auch die Netzwerkausrüster überbieten sich auf der größten Mobilfunkmesse mit neuen Geschäftsideen rund um das
mobile Internet.
Telekom will nicht als Datenpipeline dastehen
Es gebe viele Konkurrenten, die die Netzbetreiber lieber als reine Datenpipeline sehen würden, sagte Kerkhoff. Diese Rolle will sich die Deutsche Telekom aber nicht aufdrücken lassen. "Unser altes klassisches Modell nimmt an Bedeutung ab", betonte Kerkhoff. Es gehe inzwischen vielmehr um Service rund um die gesamte Verbindung.
Zwar will die Telekom nach wie vor keine eigenen Inhalte produzieren. Ganz raushalten aus dem Markt für Applikationen will sich der Konzern aber auch nicht. So halten die Bonner ihr Bundesliga-Angebot für das
iPhone nach wie vor hoch, wollen aber noch mehr bieten. "Das gesamte Feld mobile Daten muss weiter entwickelt werden", sagte Kerkhoff. "Das Wachstum ist gerade erst richtig losgegangen. Je mehr Smartphones auf den Markt kommen, desto mehr wird das kommen."
Telekom-Manager Guido Kerkhoff. Bild: DTAG
Kein konkreter LTE-Zeitplan
Kapazitätsgrenzen der Netze machen ihm dabei keine Sorgen: "Wir hatten lange
UTMS-Netze, die nicht ausgelastet waren, von daher freuen wir uns darüber, dass die Kunden jetzt mehr mobile data nutzen."
Die Telekom stattet in diesem Jahr erstmals ihre UMTS-Netze in Deutschland mit der Technologie HSPA+ aus. Der Konzern werde auch weiterhin in die Netze investieren, sagte Kerkhoff. Einen Zeitpunkt für den Aufbau eines Mobilfunknetzes der nächsten Generation mit dem UMTS-Nachfolger
LTE wollte er aber nicht nennen: "Ich glaube, es ist nicht nötig, sich künstlich unter Druck zu setzen." Der kleinere Wettbewerber
o2 rechnet mit einer flächendeckenden Ausbreitung von LTE in ein bis zwei Jahren.