Es ist Montag, 15:00 Uhr. Unmengen an Journalisten drängeln sich vor dem Saal, in dem Microsoft-Chef Steve Balmer wenige Minuten später das neue Smartphone-Betriebssystem aus seinem Hause präsentierte. Eine Stunde danach ist klar: Windows Mobile 7 ist ein gewaltiger Schritt nach vorn – nicht nur im Vergleich zum Vorgänger Windows Mobile 6.5.
"Der Nutzer steht im Mittelpunkt"
Bereits zu Beginn der Pressekonferenz verkündete Balmer selbstsicher, man habe mit Windows Mobile 7 nicht nur eine neue Version der Windows Phone-Software erschaffen, sondern ein andersartiges Telefonerlebnis, das den Nutzer in den Mittelpunkt stelle. Zwar gehören derlei Sätze zum normalen Marketingwortschatz, in der Tat unterscheidet sich das Bedienungskonzept des neuen Microsoft-OS jedoch deutlich von denen anderer Smartphones.
Bereits der Startbildschirm lässt signifikante Unterschiede erkennen. Hier hat sich Microsoft von der Wabenstruktur des Vorgängers verabschiedet und eine völlig neue Oberfläche konzipiert. Im Mittelpunkt stehen nun sogenannte "live tiles". Diese Symbole lassen sich beliebig platzieren und stehen in permanentem Kontakt mit dem
Internet. In Echtzeit werden dem Nutzer dabei alle gewünschten Aktualisierungen angezeigt. Auch eine Verbindung mit Personen und deren sozialen Netzwerkprofilen ist möglich. Sobald diese etwas Neues im Web veröffentlichen, erfährt auch das entsprechende Symbol eine Updatemeldung. Die gesamte Steuerung ist dabei intuitiv und simpel gehalten. Windows Mobile 7 unterstützt zudem Multitouch.
Windows Mobile 7. Bild: Microsoft
Hubs: Kategorien zu sechs Anwendungsbereichen
Völlig neu sind zudem die sogenannten "Hubs". Darunter versteht Microsoft Kategorien, unter denen alle Anwendungen zu einem bestimmten Bereich subsummiert werden. Sechs verschiedene Hubs gibt es – für persönliche Kontakte, Bilder, Spiele, Musik und Video, den Microsoft Marketplace sowie ein mobiles Office-Paket. Bemerkenswert ist dabei, dass Smartphones mit Windows Mobile 7 die vollständige Funktionalität des Microsoft-Musikplayers Zune beinhalten. Im Spielebereich gibt es eine Verbindung zum Xbox-Live-Service, mit der sich auch unterwegs Spiele für die Xbox nutzen lassen.
Die ersten speziell auf Windows Mobile 7 abgestimmten Smartphones sollen noch vor Jahresende im Handel erhältlich sein. Hierfür hat Microsoft eng mit Geräteherstellern wie HTC zusammengearbeitet und Hardware-Kriterien vorgegeben. So kommt etwa jedes Windows Phone mit einem eigenen Knopf für die Suchmaschine Bing. "Die optimierte Hardware ist ein Schlüssel dafür, dass wir Windows Mobile 7 in dieser Form präsentieren können", sagte Balmer. Als Starttermin für die ersten Windows Phones nannte der Microsoft-Chef das vierte Quartal 2010.
Microsoft-Chef Steve Balmer präsentierte Windows Mobile 7 auf dem MWC in Barcelona. Bild: onlinekosten.de