In der vergangenen Woche gab es gute Zahlen:
Viele neue DSL- und Mobilfunkkunden für Vodafone. Doch im Mobilfunkgeschäft ging der Umsatz des Mobilfunkriesen und
DSL-Anbieters von Oktober bis Dezember des vergangenen Jahres um 4,9 Prozent zurück. Die Preise für
mobiles Internet und
Mobilfunk sinken. Gegenüber der "Financial Times Deutschland" (FTD) äußerte sich
Vodafone Deutschland-Chef Friedrich Joussen nun darüber, wie sein Unternehmen mit innovativen Ideen neue Umsätze generieren könnte. Neben dem neuen Mobilfunkstandard
LTE und der Machine-to-Machine-Communication (M2M) sieht er in der Einführung des digitalen Ausweises auf einem Mobilfunkchip ein lohnendes neues Feld. Bereits im vergangenen Sommer hatte Joussen eine Zukunft skizziert, in dem das
Handy den Pass ersetzt.
Handy-Pass: Durchbruch für neue Internetdienste
In anderen Ländern - etwa in Indien oder Afrika - gebe es schon längst innovative neue Einsatzmöglichkeiten des
Handys. "In Afrika erledigen die Menschen bereits mobil ihre Bankgeschäfte", so Joussen. Mit einem digitalen Personalausweis könne sich jeder im
Internet identifizieren. "Wir müssen das Problem des fehlenden Vertrauens im Internet lösen, um dem Internet als Geschäftsplattform zu einem echten Durchbruch zu verhelfen", so der Vodafone-Chef weiter. Die entsprechende SIM-Karte dazu sei bereits fertig. Viele neue Internetdienste könnten dadurch vor einem Durchbruch stehen, die oft umständlichen
Bezahlsysteme und Wege zur Identifizierung ließen sich vereinfachen. Bei Vodafone würde die Kasse klingeln: Gebühren könnten etwa für die Bereitstellung der Technik oder für die Abrechnung einzelner Geschäfte erhoben werden. "Wir haben fast 40 Millionen Kunden, überall in Deutschland eigene Shops und sind damit ein erstklassiger Vertriebs- und Distributionsmotor für jede Art von Inhalten", unterstreicht Joussen die Position Vodafones.
Sicherheitsfrage kann nur gemeinsam gelöst werden
Doch zuvor müssten nicht unerhebliche Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden. Kritik wegen mangelnder Datensicherheit hatte bereits der neue digitale Personalausweis hervorgerufen, den die Bundesregierung im Herbst dieses Jahres an den Start bringt. Bei einem alternativen Ansatz über den Mobilfunkchip müssten Bundesregierung, Mobilfunkanbieter und Chiphersteller an einem Strang ziehen, um eine sichere Speicherung dieser persönlichen Daten zu gewähren.
Vodafone wolle darüber hinaus den Verkauf von digitalen Inhalten wie Filme, Musik oder Spiele weiter ausbauen. Inhalte werde Vodafone laut Joussen aber nicht selber produzieren.