Außerdem sind die Programme längst nicht mehr nur für das Handy bestimmt: Auch für Spielekonsolen oder Fernseher zu Hause wird es künftig solche Programme geben. "Bereits 2015 werden circa 60 Prozent der Kommunikations- und Unterhaltungsgeräte im Haushalt internetfähig sein", schätzt Roman Friedrich von der Unternehmensberatung Booz & Co.
Apple an erster Stelle
Immer mehr Unternehmen aus den verschiedensten Branchen springen auf den Zug auf. Handyhersteller, Netzbetreiber und nicht zuletzt die Entwickler der Software - alle wollen ein Stück vom Kuchen bekommen.
Die Nase vorn haben derzeit die Gerätehersteller - allen voran Apple. Anfang Januar meldete der Computerhersteller aus Cupertino drei Milliarden Downloads im AppStore mit seinen inzwischen 140.000 Programmen für das iPhone, den Multimedia-Player iPod touch und bald auch den Tablet-Computer iPad.
Einfache Bedienbarkeit besonders wichtig
Entwickler um die von Google initiierte offene Plattform Android und Handyhersteller wie
Nokia versuchen nachzuziehen. Aber auch Netzbetreiber wie
Vodafone oder
T-Mobile wollen in dem Markt mitzumischen. Das Rennen um die Vorherrschaft auf dem Handy hat begonnen. Über kurz oder lang werde es zu einem Ausleseprozess kommen, sagt Mohr. Schließlich, da sind sich die Experten einig, werden sich die Anwendungen durchsetzen, die am einfachsten zu bedienen sind. "Eine Killer-Applikation muss auf einen bestimmten Bedarf ausgerichtet sein", erklärt Mohr. "Die Nutzer müssen sagen: "Das ist es." Ein Beispiel der Vergangenheit ist
SMS, in neuerer Zeit sind es Navigationsfunktionen."
Wie wichtig es ist, die Kunden an sich zu binden, haben die Handyhersteller längst begriffen: Nokia kündigte aus diesem Grund jüngst kostenlose Navigationssoftware für seine Smartphones,
Ovi Maps, an.
Nach der Beobachtung des Accenture-Experten Mohr sind die Nutzer allerdings durchaus bereit, für die Anwendungen kleine Beträge von bis zu einem Euro zu bezahlen. Und auch Werbung auf dem Handy wird in Zukunft noch eine größere Rolle spielen. Booz & Co schätzt den Markt für "mobile Advertising" bis 2012 auf weltweit 13 Milliarden Euro.
So oder so - das Potenzial des Markts für Applikationen ist unbestritten: "Wir werden noch einige interessante Überraschungen erleben", sagt Mohr. "Die Kreativität der Welt ist an dieser Stelle nicht zu unterschätzen."