Telefonieren war gestern: Heute kann das
Handy den Einkauf organisieren, den Besitzer mit Navigationshilfen ans Ziel bringen oder als virtuelle Gitarre die Zeit vertreiben. Die modernen Smartphones sind eigentlich
Computer im Taschenformat, mit denen man auch telefonieren kann. In Verbindung mit schnellen mobilen
Internet-Verbindungen krempelt dieser Trend die gesamte Telekom-Branche um.
Umsatzplus durch Apps
Wenn sich die führenden
Mobilfunk-Unternehmen ab Montag wieder zu ihrem wichtigsten Branchentreff versammeln, dem Mobile World Congress in Barcelona, werden auch die kleinen Handy-Programme im Mittelpunkt stehen. Gemessen am Gesamtmarkt von rund 1,44 Billionen Dollar im Jahr (derzeit rund eine Billion Euro) wirkt das Geschäft mit den sogenannten Apps (Applikationen) noch wie ein Tropfen im Meer. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz schätzungsweise bei 4,2 Milliarden Dollar, der Löwenanteil landete im App Store von Apples
iPhone.
Doch den kleinen Programmen kommt eine Schlüsselrolle beim Wandel des Mobilfunk-Marktes zu: Erst die Software macht die Smartphones wirklich nützlich für ihre Besitzer. Schätzungen für die Umsatzentwicklung des Markts für Applikationen reichen von 11 bis knapp 39 Milliarden Dollar bis Ende 2013. Wenn man bedenkt, dass viele Programme weniger als einen Euro kosten oder auch kostenlos angeboten werden, ist das gar nicht einmal so wenig.
Geschäftsanwendungen sollen folgen
Einig sind sich die Experten, dass in den nächsten Jahren ein regelrechter Boom bevorsteht. "Die Treiber sind im Moment noch Spiele, Multimedia- und Entertainmentanwendungen", sagt Accenture-Experte Nikolaus Mohr. Aber es werde in Zukunft auch immer mehr geschäftlich genutzte Anwendungen wie Finanzapplikationen für den Geschäftskundenbereich geben. "Personal, das im Außendienst unterwegs ist, könnte solche Anwendungen nutzen."