Anzeige:
Freitag, 12.02.2010 17:05

VATM fordert Umdenken bei Breitband-Förderung

aus dem Bereich Breitband
Der Breitbandausbau auf dem Land kommt voran, Internetanbieter verkünden immer wieder den Anschluss abgelegener Orte an das schnelle Internet. Dem Verband von Telekommunikationsanbietern (VATM) geht der Ausbau jedoch nicht schnell genug. Der VATM kritisiert erneut die Vergaberichtlinien für die Breitband-Förderung und fordert die Politik zu einem Umsteuern bei der Fördermittelvergabe auf. Die Förderung solle technologieneutral erfolgen: Alle Breitband-Technologien müssten berücksichtigt werden.

Anzeige
VATM kritisiert Förderrichtlinien

"In vielen Fällen bauen die Unternehmen heute sogar trotz Wirtschaftlichkeitslücke ohne Förderung aus, da die Vergabe viel zu kompliziert und aufwändig ist", so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. An Geld würde es offenbar nicht mangeln, sondern an den richtigen Rahmenbedingungen. Laut dem VATM vorliegenden Zahlen stünden bis zum Jahr 2013 derzeit rund 131 Millionen Euro an Fördermitteln für die Schließung von sogenannten "weißen Flecken" - den nicht oder nur unzureichend mit Breitband versorgten Gebieten - zur Verfügung. Im vergangenen Jahr sei von den bereitgestellten 25 Millionen Euro weniger als ein Fünftel von den Kommunen abgerufen worden. Besonders erfolgreich verlief die Vergabe von Fördermitteln nach Angaben des VATM dagegen vor allem in den südlichen Bundesländern, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sowie in Niedersachsen: Für hunderte Projekte seien dort Millionensummen bewilligt worden.

VATM plädiert für Einsatz von Sat-Internet und Funk

Die Vergabeverfahren seien nicht nur zu bürokratisch und zu aufwändig, sondern unterschieden sich laut VATM teils von Bundesland zu Bundesland deutlich. Technologien wie Internet über Satellit oder Funk würden vielfach nicht bei der Förderung berücksichtigt. Gerade Sat-Internet böte aber bereits heute schon auch den Bewohnern in unversorgten Gebieten Bandbreiten von bis zu vier Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Auch Funk könne schnelle Breitband-Lösungen ermöglichen. Der VATM rechnet noch mit einer Übergangsphase von zehn bis 15 Jahren, bis der Breitbandausbau auch den letzten Winkel in Deutschland erreicht hat. "Auf dem Weg dorthin werden Funk und Satellit unverzichtbar sein", so Grützner weiter. Mit dem Bundeswirtschaftsministerium spreche der VATM derzeit über Bürgschaften für kleine und mittlere Unternehmen, die "weiße Flecken" mit Breitband versorgen wollen.

Bundeslandwirtschaftsministerium: Fördermittel gehen nicht verloren

Eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV) teilte - auf Anfrage von onlinekosten.de - nicht die Einschätzung des VATM. Die Fördergrundsätze seien nicht zu kompliziert. Sie würden aber in der "Handhabung und Umsetzung einen erheblichen Zeitaufwand" erfordern. Für jedes Einzelvorhaben müsse die Wettbewerbsneutralität und die Kostenminimierung geprüft werden. Bund und Länder stünden regelmäßig in Kontakt, Förderrichtlinien seien auch bereits schon geändert und von der EU-Kommission genehmigt worden. In den Jahren 2008 und 2009 seien nicht alle verfügbaren Mittel ausgegeben worden. Diese würden aber weiterhin zur Verfügung stehen, so dass "keine Mittel verloren gehen". In diesem Jahr könnten insgesamt 25 Millionen Euro "zweckgebundene Bundesmittel" investiert werden. Nach Einschätzung des BMELV würden in diesem Jahr die verfügbaren Fördermittel abgerufen. Der Abfluss von Fördermitteln sei jedoch "kein geeigneter Indikator für den Fortschritt in der Breitbandversorgung im ländlichen Raum". Etliche Vorhaben würden mittlerweile auch ohne staatliche Hilfen verwirklicht. Neben Bundesmitteln stünden auch Mittel aus europäischen und landeseigenen Programmen zur Verfügung.

Erst kürzlich hatte NetCologne-Chef Werner Hanf darauf hingewiesen, dass sein im Köln-Bonner Raum tätiges Telekommunikationsunternehmen bislang ohne staatliche Fördermittel ausgekommen sei. Als Grund hatte auch Hanf die komplexe Fördermittelvergabe benannt.
Jörg Schamberg
Kommentieren (Neuen Kommentar verfassen):
 Vernunft fordert Umdenken des VATM (11 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von Nenunikat am 12.02.2010 um 20:17 Uhr
 Suche

  News
Dienstag, 28.07.2015
Twitter überrascht mit starkem Umsatzplus - Aktienkurs legt trotz roter Zahlen zu
Vorratsdatenspeicherung: Internetverband eco hofft auf Einschreiten der EU-Kommission
Nach Sperre: Facebook gibt Seite von hessischem Abgeordneten wieder frei
Medion: Zwei neue Multimode-Notebooks mit Windows 10 ab 29. Juli erhältlich
ze.tt: Zeit-Verlag startet Online-Angebot für junge Leser
Acht Smartphones im Vergleich: Ersatz für eine Kompaktkamera?
OnePlus 2 vorgestellt: "Flaggschiff"-Killer ab August ab 339 Euro erhältlich
Twitter sperrt Tweets mit geklauten Witzen
Warnung vor 'Terminator': Forscher fordern Verbot selbstständiger Kampfroboter
Montag, 27.07.2015
Umfrage: Begriff "Internet der Dinge" ist 88 Prozent der Deutschen unbekannt
O2 schaltet LTE-Roaming ab 1. August in drei Urlaubsländern frei
Vodafone: Mobilfunkvertrag erstmals komplett online und papierlos abschließen
1080NerdScope: YouTuber LeFloid & Co übernehmen Gaming-Sendung auf EinsPlus
HTC Desire 626 ab Ende August für 299 Euro erhältlich
Telekom Sicherheitsreport 2015: Deutsche kaum besorgt über Cyber-Risiken
Weitere News
DSL = Schnell
Diese Gleichung geht leider nicht immer auf. Manchmal liefert der Internetprovider nur Schneckentempo.
Die Suche nach dem richtigen Internetanschluss kann dann schnell Nerven kosten. Welche DSL Flatrate ist nun die Richtige?
Vielleicht ist auch mobiles Internet eine gute Alternative zum DSL Internet.
Root Server
Mit einem Root Server haben Sie vollen Zugriff und richten ihren Dedicated Server komplett selbst ein.
Einfach einen Apache Server oder einen Webserver mit Windows Server 2003 erstellen - sie haben freie Hand.
Auch vServer sind kein Problem. Mit Plesk oder Confixx ist die Konfiguration schnell erledigt.
© 1999-2015 onlinekosten.de GmbH :: Datenschutz :: Impressum :: Leistungsschutzrecht :: Presse :: Jobs