Mittwoch, 10.02.2010 19:01

Telekom will Schlussstrich beim Datenskandal

aus dem Bereich Sonstiges
Nach einer Reihe von Datenverstößen will die Telekom mit einer neuen Sicherheitskultur in Zukunft ethisches Fehlverhalten und Rechtsverstöße verhindern. Das versicherte Vorstand Manfred Balz am Mittwoch bei der Vorlage des internen Abschlussberichts über illegale und fragwürdige Ermittlungsmethoden der Konzernsicherheit in den vergangenen Jahren. Die Telekom hatte vor rund einem halben Jahr von der Bonner Staatsanwaltschaft Akteneinsicht in einen Teil der Daten erhalten, die von ihr zuvor sichergestellt worden waren.

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Mehrere bedenkliche Vorfälle

Insgesamt listete Balz 84 Vorgänge auf, die er als rechtlich oder ethisch bedenklich einstufte. Diese Fälle ereigneten sich zwischen 2001 und 2005. Auch danach habe es vereinzelt noch Verstöße gegeben, die erst 2007 nach dem Umbau der Konzernsicherheit durch Vorstandschef René Obermann endeten.

Die jetzt festgestellten Fälle seien nicht vergleichbar mit der so genannten Affäre um die Bespitzelung von Aufsichtsratsmitgliedern, Betriebsräten und Journalisten. Damals hatten Konzernmitarbeiter durch den Abgleich von Verbindungsdaten von Aufsichtsräten und Medienvertretern versucht, eine undichte Stelle über die Weitergabe von internen Informationen zu schließen. Im Frühjahr 2008 war die Spitzelaffäre öffentlich geworden und hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall seit fast zwei Jahren, unter anderem auch gegen den früheren Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und den Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel. Ob, wann und gegen wen Anklage erhoben wird, ist derzeit nicht absehbar.

Telekom will abschließen

Nach weiteren Angaben von Balz erbrachte die jetzige Untersuchung keine weiteren Fälle an Licht, bei denen eine "vergleichbare kriminelle Energie und ein ähnliches Maß von planmäßiger Bosheit" zutage traten wie in der Spitzelaffäre, sagte Balz. Auch wenn das Vorgehen der Konzernsicherheit Einzelfälle ohne Systematik waren, seien die Methoden nicht mit den kulturellen Grundsätzen der Telekom vereinbar gewesen. Die Betroffenen seien inzwischen informiert worden und die Telekom habe sich bei ihnen entschuldigt.
Hayo Lücke / dpa
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