Die Zeit des Gratis-
Internets neigt sich anscheinend ihrem Ende entgegen. Der Kampf um das große Geld ist in vollem Gange. Gab es früher Nachrichten unbegrenzt umsonst, so stehen Nutzer heute immer öfter vor verschlossenen Türen; der Schlüssel ist die Kreditkarte oder andere
Bezahlsysteme. Was daheim, beim einzelnen Nutzer letztlich nur kleine Beträge kostet, ist für Suchmaschinen eine Milliardenfrage. Niemand anderes hat einen solch großen Hunger auf Neuigkeiten. Und niemand anderes schlägt so viele Nachrichten um.
Die Medienkonzerne halten die Hand auf
Fast die Hälfte der Leser findet über die Suchmaschinen von Google, Yahoo oder Bing von Microsoft zu den Geschichten im Internet. Die Suchmaschinen verdienen daran über die Werbung, die sie auf ihren Seiten platzieren. Die Medienkonzerne verlangen nun ihren Anteil daran und scheuen sich auch nicht vor der offenen Konfrontation mit den Internet-Größen. Denn seitdem die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften sinken und gleichzeitig mit der Wirtschaftskrise die Werbeerlöse sinken, sind die Verlage auf neue Einnahmequellen angewiesen. Immer nachdrücklicher wird ihr Ruf nach Barem. So mussten die Nutzer von Google News in den USA seit Weihnachten auf die Meldungen der Nachrichtenagentur Associated Press verzichten und damit auf täglich hunderte Angebote des Marktführers. Erst nach fast sieben Wochen Abstinenz erscheinen die Meldungen wieder - nachdem Google den Vertrag mit der Nachrichtenagentur verlängert hat. Erst kurz zuvor hatten sich Yahoo und AP geeinigt. Über den Preis herrscht Schweigen.
US-Multimilliardär Rupert Murdoch hat sich an die
Spitze der Anti-Gratis-Bewegung gesetzt. Nach und nach schränken die Zeitungen der von ihm kontrollierten News Corporation den kostenlosen Zugang zu ihren
Websites ein. Auch mit Google hat sich Murdoch im Schulterschluss mit AP und anderen US-Verlegern schon angelegt. Er hatte dem Suchmaschinen-Koloss mehrfach "Diebstahl" geistigen Eigentums vorgeworfen. "Inhalte sind nicht nur König, sie sind der Kaiser aller elektronischen Dinge", sagte Murdoch jüngst.