Auf zu neuen Ufern: Nach der erfolgreichen
Übernahme durch die Deutsche Telekom dürfte 2010 für die ehemalige
freenet-Tochter Strato ein sehr interessantes Jahr werden. Der nach eigenen Angaben hinter der
1&1-Muttergesellschaft United Internet zweitgrößte europäische Webhoster betreibt schon heute in zwei Rechenzentren 35.000 Server mit über vier Millionen Domains und dürfte durch die hohe Reichweite der Telekom viele neue Kundenkreise erschließen können. Doch wie soll es mit Strato in den kommenden Monaten weitergehen? Im Rahmen unsere Reihe
"Drei Fragen an:" gibt Strato-Chef Damian Schmidt unter anderem einen Ausblick auf eine mögliche Expansion in die USA und verrät, warum es über Strato künftig vielleicht wieder DSL-Pakete geben könnte.
Strato-Chef Damian Schmidt
onlinekosten.de: Herr Schmidt, viele Privatkunden trauen sich nicht so recht auf den
Webhosting-Markt, weil sie oft nicht verstehen, was sie für eine eigene
Homepage eigentlich genau brauchen. Sie als Experte haben da doch bestimmt ein paar allgemeine Hinweise parat.
Damian Schmidt: "Ungefähr die Hälfte unserer weit über eine Million Kunden sind Privatkunden – und das Komplettpaket aus
Domain, Webspeicherplatz und Online-Tools zum Gestalten der eigenen Homepage ist ja historisch der Erfolgstreiber bei
Strato. Wir haben das ergänzt um unsere
EasyWeb-Produkte wie "FotoWeb", "SiteWeb" oder "VideoWeb".
Bei Immobilien heißt es "Lage, Lage, Lage" – ein möglichst leicht einprägsamer eigener Domainname als Adresse des eigenen Web-Auftrittes ist damit vergleichbar. Und bei über 13 Millionen vergebenen .de Domains ist da auch Phantasie gefragt: Wenn
müller.de schon belegt ist, einfach mal
mülller.eu oder
familie-müller.de versuchen. Neue Top-Level-Domains wie
.berlin werden hier zukünftig noch weitere Möglichkeiten bieten.
Unter der eigenen Domain kann man schon E-Mail Postfächer anlegen, für viele ein wichtiger Mehrwert. Mit unserem
Homepage-Baukasten "LivePages" kann man dann schnell ein passendes Layout für die Homepage finden – ob nun für die Familienseite, die Vereinshomepage oder eine Schulklasse. Direkt im Webbrowser ist es möglich, Farben und Schriftstile zu ändern, Grafiken und Bilder einzufügen und Texte komplett aus Word zu übernehmen - alles ohne weitere Softwareinstallation. Über den Vorschau-Modus sieht man genau, wie es später aussieht, wenn man später auf "veröffentlichen" klickt. Ähnlich einfach lässt sich unser vorinstalliertes WordPress
Weblog verwenden."
onlinekosten.de: Strato ist einer der größten europäischen Webhosting-Anbieter. Bisher wurde im Gegensatz zu United Internet aber noch nicht der Schritt in die USA gewagt. Scheuen Sie die amerikanische Konkurrenz?
Schmidt: "Wir folgen hier bisher einer einfachen Überlegung: Europa können wir flächendeckend in hervorragender Netzanbindung und somit gewohnt hoher Qualität aus der zentralen Lage Deutschlands heraus bedienen. Um Märkte auf anderen Kontinenten zu erschließen, sind neben den Investitionen in Marketing und Vertrieb zusätzliche Millioneninvestitionen in weitere Rechenzentren erforderlich. Dies schließen wir für die Zukunft ausdrücklich nicht aus, zumal sich hier im neuen Verbund mit der
Deutschen Telekom auch neue Chancen ergeben. Derzeit sind es aber eher Gedankenspiele."
onlinekosten.de: Sie gelten auch aufgrund Ihrer beruflichen Laufbahn als Kenner des
Internet by Call- und
DSL-Marktes. Hat es Ihnen eigentlich weh getan, als
Strato das DSL-Geschäft Mitte 2009 eingestellt hat?
Schmidt: "Eine begründete Business-Entscheidung zu treffen verbinde ich nicht mit Schmerz. Ich kann mir aber gut vorstellen, unserer technisch anspruchsvollen Kundenzielgruppe attraktive
DSL-Angebote der Deutschen Telekom zu vermitteln, mit denen die Produktnutzung – zum Beispiel unseres neuen Online-
Festplatten-Produktes HiDrive – zu einem noch größeren Vergnügen wird."