Teurer Spaß für den 24-jährigen Australier James Burt: Das oberste australische Bundesgericht verurteilte den aus Queensland stammenden Filesharer laut einem Bericht des
Blogs TorrentFreak zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von 1,3 Millionen US-Dollar (rund 951.000 Euro) an den Spielekonsolenhersteller Nintendo. Zuvor hatten sich beide Seiten auf diesen Betrag verständigt.
Game illegal eine Woche vorab veröffentlicht
Was war geschehen? Burt hatte am 6. November des vergangenen Jahres die
Wii-Version des neuen Super Mario Bros.-Spiels eine Woche vor der offiziellen Veröffentlichung in Australien ins
Internet hochgeladen und über Tauschbörsen zum Download zur Verfügung gestellt. Das Spiel entpuppte sich dort schnell als Hit, laut TorrentFreak wurde
Super Mario Bros. für die Wii bis zum 27. Dezember bereits 1,15 Millionen mal heruntergeladen. Nintendo war dem jungen Uploader mit einigem technischen Aufwand auf die Spur gekommen und hatte Klage in Australien eingereicht. Der Australier arbeitete als Manager bei einem Spielehändler und war daher bereits im Voraus an das Spiel gelangt. Im Zuge der Ermittlungen musste Burt den Ermittlungsbehörden auch freien Zugang zu seinen genutzten
sozialen Netzwerken sowie seinem E-Mail-Konto gewähren.
Nintendo: Super Mario Bros. für Wii ist ein Verkaufshit. Screenshot: onlinekosten.de
Super Mario Bros. schnellstverkauftes Wii-Spiel
Spiele werden in Australien in der Regel erst nach den Releases in den USA und Japan veröffentlicht, diesmal waren diese Planungen jedoch durch den Filesharer durchkreuzt worden. Wegen der globalen Bedeutung wollte Nintendo daher hart durchgreifen. Doch die Vorabveröffentlichung tat dem kommerziellen Verkauf dennoch keinen Abbruch. In den ersten zwei Monaten seit Veröffentlichung seien bereits zehn Millionen Exemplare des Wii Spiels verkauft worden, berichtet "TorrentFreak". Damit ist es das am schnellsten für eine einzelne Plattform verkaufte Spiel. Es sei indes ungewiss, wie James Burt die Schadensersatzsumme letztlich bezahlen will.
Jörg Schamberg