Der Hammer des Auktionators soll angeblich im April schwingen und über den Zuschlag für die
größte Versteigerung von Funkfrequenzen in Deutschland entscheiden. Konkret sei der 12.April für den Start der Versteigerung vorgesehen, wie "Die Welt" mit Berufung auf Branchen- und Regierungskreise berichtet. Unter anderem steht auch die sogenannte "
Digitale Dividende", die durch die Umstellung von analogen auf digitalen Rundfunk freigewordenen Frequenzen, zur Auktion an.
Netzagentur prüft Anträge bis Anfang März
Auf Anfrage von onlinekosten.de konnte ein Sprecher der zuständigen Bundesnetzagentur den genannten Termin allerdings nicht bestätigen. Die Planungen zum genauen Ablauf der Versteigerung seien noch nicht abgeschlossen. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, hatte in den letzten Monaten aber bereits selbst das zweite Quartal dieses Jahres als möglichen Starttermin angegeben. Die Frequenzauktion werde sich wahrscheinlich über mehrere Tage erstrecken, da ein Frequenzband von insgesamt 360 Megahertz in den Bereichen 800 Megahertz, 1,8 Gigahertz (GHz), 2 GHz und 2,6 GHz neue Besitzer finden soll. Nachdem die Anmeldefrist für die Zulassung zur Auktion am 20. Januar abgelaufen sei, nehme sich die Behörde bis etwa Anfang März fünf bis sechs Wochen Zeit, um die Anträge und die eingereichten Unterlagen der Bieter zu prüfen.
Die Namen der an Frequenzblöcken interessierten Unternehmen wollte der Sprecher nicht mitteilen, bestätigte jedoch, dass es sich um
sechs potentielle Frequenz-Bieter handele. "Die Welt" will dagegen erfahren haben, dass sich neben den vier großen Mobilfunknetzbetreibern
T-Mobile,
Vodafone,
o2 und
E-Plus auch die Stuttgarter Firma Airdata, Anbieter von
Internetzugängen per Funk, an der Frequenzversteigerung beteiligen wird. Der Name des sechsten Interessenten sei dagegen noch nicht bekannt.
Bis Ende 2010: Flächendeckend Internet mit mindestens einem Mbit/s
Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte die
Bundesregierung ihre Breitbandstrategie vorgelegt. Als ein kurzfristig erreichbares Ziel wird darin die flächendeckende Versorgung Deutschlands mit Internetzugängen von mindestens einem Megabit pro Sekunde angestrebt. Die Nutzung der Digitalen Dividende und damit die Bereitstellung von
mobilem Internet auch auf dem Lande, sieht die Regierung als einen Weg zur Schließung von
Breitband-Versorgungslücken auf dem Land. Entsprechende Vorgaben sind daher auch an die Vergabe der in Kürze zur Versteigerung anstehenden Frequenzen geknüpft.