Mobbing, Datenklau,
Phishing: Neben dem neuesten Pinnwand-Eintrag, der sehnsüchtig erwarteten Freundschaftsanfrage des Klassenschwarms und der Einladung zur coolen Fangruppe lauern in
sozialen Netzwerken jede Menge Gefahren.
Von Captcha-Codes bis "ignorieren"
Das wissen auch die Netzwerk-Betreiber und werden daher nicht müde, auf die Risiken der eigenen Anwendung hinzuweisen. So auch die Hotzbrinck-Tochter SchülerVZ: Anlässlich des Safer Internet Day am 9. Februar startet das zur VZ-Gruppe gehörende Netzwerk eine bundesweite Aufklärungs-Tour durch Deutschlands Schulen. Begleitend dazu soll eine neue Seite im VZ-Portal die wichtigsten Sicherheitsfunktionen auflisten und Begriffe wie Captcha-Codes, das Sichern einer Sitzung, "ignorieren" und "letzter Login" in Wort und Bild erläutern. Parallel dazu gibt es Arbeitsmaterial für den Schulunterricht.
Bei der Aufklärungstour soll ein Kompetenzteam regelmäßig Schulen besuchen und über Chancen, Risiken und den sicheren Umgang mit Schüler-VZ und Co aufklären. Den Auftakt macht das Gymnasium Elsa-Brändström in Oberhausen. Alternativ stehen auch
Skype-Videokonferenzen zur Auswahl. So sollen möglichst viele Schulen in den Genuss der Aufklärung kommen.
Das Kompetenzteam will Schüler und Lehrer gleichermaßen über Themen wie Privatsphäre-Einstellungen, das Melden fragwürdiger Inhalte bis hin zur sicheren Passwortwahl aufklären. Schulen können sich unter
www.schuelervz.net/l/parents um einen Besuch der mobilen Infotruppe bewerben.
VZ flickt Image-Wunden
Anlass für die Bemühungen ist wohl die Sorge um schwindendes Vertrauen der jugendlichen Nutzer. Zwar klopft sich die VZ-Gruppe selbst auf die Schulter anlässlich ihres Nutzerzuwachses. Innerhalb knapp eines halben Jahres hat die Holtzbrinck-Gruppe nach eigener Aussage eine weitere Million hinzugewonnen und zählt nun
16 Millionen Mitglieder.
Dennoch häufen sich
Datenklau-Skandale, bei denen auch die Seitenbetreiber in schlechtes Licht geraten wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen oder gar
Erpressungvorwürfen.
Die VZler verarzten ihre Imagewunden proaktiv: So haben sie sich einer
TÜV-Prüfung unterzogen, die sie jährlich wiederholen wollen – nach Angaben des TÜV Süd als erstes soziales Netzwerk überhaupt. Wieviel Sicherheit es bietet, steht jedoch auf einem anderen Blatt: Erst Ende vergangenen Jahres war auf dem Händlerportal Libri eine Sicherheitslücke entdeckt worden, obwohl der Büchergrossist ein TÜV-Siegel erworben hatte.
Der Safer Internet Day findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Initiiert von der Europäischen Union, soll der Aktionstag das Thema "sicheres Internet" in den Medien und im Bewusstsein der Nutzer in den Mittelpunkt rücken. Dazu finden in über 60 Ländern zahlreiche Veranstaltungen statt, an denen sich Initiativen, Unternehmen und Behörden beteiligen.