Montag, 08.02.2010 14:28

SAP-Chef scheitert an Mitarbeitern und Kunden

aus dem Bereich Sonstiges
Nicht weniger gravierend sind die Ergebnisse der jüngsten Mitarbeiterbefragung. Demnach hatte konzernweit nur noch jeder zweite Beschäftigte Vertrauen in den Vorstand, in Deutschland äußerte jeder dritte Mitarbeiter diese Kritik. Die massivsten Vorwürfe lauteten: Zu viel Arbeitsdruck und kaum noch neue Produkte, wie es im Betriebsrat heißt. Auch in der Führungsebene direkt unter dem Vorstand rumore es.

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Kein beliebter Chef

Kein Geheimnis ist, dass Apotheker hinter vorgehaltener Hand im Unternehmen bereits seit langem sein autoritärer und zuweilen cholerischer Charakter vorgehalten wird. Zwar analytisch brillant, aber auch schonungslos direkt und mitunter frei von Diplomatie, lauteten Charakterisierungen des Managers, dessen Vertrag in diesem Jahr regulär ausgelaufen wäre.

Mit der Rückkehr zur Doppelspitze installiert SAP ein altes Erfolgsmodell: Zusammen mit Firmengründer Dietmar Hopp hatte Plattner das Softwarehaus an die Weltspitze für Unternehmenssoftware geführt. Auch Hopp, der sich mittlerweile mehr als Mäzen um Fußball- Bundesligist 1899 Hoffenheim kümmert, hatte die Führungsmannschaft von SAP kritisch beäugt und zuletzt die negative Stimmung in "seinem" Unternehmen gerügt.

Wohin führt der Weg von SAP

Mit der Ernennung von Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe als neue Co-Vorstandsvorsitzende wird sich der Charakter des Softwarehauses erneut ein Stück verändern. Mit dem Dänen Snabe und dem US-Manager McDermott stehen erstmals zwei Nichtdeutsche an der Spitze des Dax-Konzerns. Die im Frühjahr 2008 eingeläutete zunehmende Internationalisierung im SAP-Vorstand bekommt nun neuen Schwung - und damit auch die Debatte über Zukunft der SAP in Deutschland.

Nach der Einführung eines Betriebsrates bei der Softwareschmiede im Jahr 2006 wurde bereits laut über die Umwandlung in eine Europa AG und die Verlagerung der Walldorfer Konzernzentrale ins europäische Ausland nachgedacht. Auf die Frage nach seinem zentralen Aufenthaltsort antwortete beispielsweise der neue Hoffnungsträger Snabe vor wenigen Monaten: "Wenn mich jemand fragt, wo mein Hauptstandort ist, antworte ich: Lufthansa, Platz 28."
Hayo Lücke / dpa
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