Erfolg für
Skype im vergangenen Jahr: Der
VoIP-Anbieter verzeichnete einen
starken Anstieg der Gesprächsminuten. Acht Prozent der international vertelefonierten Einheiten laufen über den US-Internetdienst. Im November hatte eine Investorengruppe rund um die
Skype-Gründer die Mehrheit der Skype-Anteile von eBay zurückgekauft. Doch wie soll es mit dem Web-Telefondienst künftig weitergehen? Die Software wird immer noch von einigen Geräteherstellern oder Mobilfunknetzbetreibern blockiert und teils von Geräten ausgesperrt. In einem Interview mit dem "Handelsblatt" äußerte sich Skype–Chef Josh Silvermann zur Zukunft der
Internet-Telefonie (
VoIP).
Skype über TV in HD-Videoqualität
Silvermann zeigte sich überzeugt auch ohne
eBay erfolgreich sein zu können. Weltweit hätte das Unternehmen 500 Millionen registrierte Nutzer, täglich kämen alleine 300.000 neue hinzu. Es hätte sich ausgezahlt, dass Skype vor zwei Jahren die
Video-Telefonie eingeführt habe, denn inzwischen seien ein Drittel aller Skype-Minuten Gespräche per Video. Alleine im Dezember hätten diese sich auf fünf Milliarden Minuten addiert. Mit jedem internetfähigen Gerät könne heute prinzipiell Skype genutzt werden. So gebe es inzwischen auch erste TV-Geräte - etwa von LG oder Panasonic - auf denen Skype bereits ab Werk installiert sei. Dies könne für den VoIP-Anbieter besonders bei der Zielgruppe der Geschäftskunden wichtig werden: Statt teuer Hardware für Videokonferenzen könnten kleine Unternehmen
Skype über TV in HD-Videoqualität nutzen.
In Kürze: Skype für das iPhone kommt mit UMTS-Unterstützung
Skype-Chef Josh Silverman. Bild: Skype
Dennoch gebe es immer noch Probleme mit so manchem Mobilfunkprovider und insbesondere auch mit Apple. Über das iPhone kann Skype etwa bislang nur per
WLAN genutzt werden. In den USA
erlaubt AT&T die Verwendung von VoIP-Diensten über das Mobilfunknetz seit vergangenem Herbst. Und auch bei Apple selbst scheint ein Sinneswandel stattgefunden zu haben. Nach aktuellen Angaben im
Skype-Blog habe Apple das neueste Software Developer Kit (SDK) Version 3.2 für das
iPad angepasst und Beschränkungen für die Telefonie über
UMTS herausgenommen. In Kürze werde daher Skype für das iPhone mit UMTS-Unterstützung erscheinen.
Grundsätzlich ginge es aber nach Ansicht von Silverman Mobilfunkbetreiber oder Geräte-Hersteller nichts an, was der Kunde mit dem Gerät oder dem
mobilen Datentarif mache. Schließlich hätten die Kunden dafür bezahlt. Das Aussperren bestimmter Dienste sei dumm und engstirnig. Auch in Deutschland ist die Nutzung von VoIP über die Mobilfunknetze von
T-Mobile oder
Vodafone inzwischen - allerdings kostenpflichtig - erlaubt.
T-Mobile berechnet einen VoIP-Aufpreis von 9,95 Euro im Monat. Die Blockadepolitik mancher Unternehmen gegen VoIP im Allgemeinen und Skype im Speziellen sei laut Silverman nun aber auch den Regulierungsbehörden in Brüssel bekannt.