Mittwoch, 03.02.2010 16:31

NetCologne 2010: Glasfaser für 6.000 neue Gebäude

aus dem Bereich Breitband
Gute Nachricht für viele Kölner, die auf einen schnellen Breitband-Internetzugang per Glasfaser warten: Der Stadtnetzbeteiber NetCologne wird in diesem Jahr 6.000 weitere Gebäude an sein Glasfasernetz anschließen. Dies kündigte NetCologne-Geschäftsführer Werner Hanf bei einem Besuch von Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen, in der Kölner Unternehmenszentrale an. Dabei erläuterte er dem aus der Bundeshauptstadt angereisten Kölner Bundestagsabgeordneten den derzeitigen Stand des Glasfaserausbaus.

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Aktuell 90.000 Glasfaser-Kunden

Nachdem NetCologne - ein mittelständisches Unternehmen mit etwa 800 Mitarbeitern und einem Umsatz von 331 Millionen Euro - im vergangenen Jahr bereits rund 7.000 Gebäude mit schnellen Glasfaserleitungen erschlossen hatte, stehen im Kölner Stadtgebiet über das "CityNetCologne" nun in rund 26.000 Gebäuden Bandbreiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung. "Bereits 90.000 Kunden nutzen darüber schnelles Internet", so Werner Hanf. Der Ausbau soll auch in den nächsten Jahren zügig in etwa gleichem Umfang voranschreiten.

Vorbereitungen für Gigabit-Internet laufen

Im vergangenen November hatte NetCologne für 2010 sogar den Start von Gigabit-Internet angekündigt: Internet per Glasfaser mit Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit. Eine Unternehmenssprecherin erläuterte onlinekosten.de, dass die Vorbereitungen für den Launch erster Produkte derzeit auf Hochtouren laufen würden. Der Start werde voraussichtlich noch im ersten Halbjahr dieses Jahres erfolgen.

Ausbau der Kölner Innenstadt bis 2011


Volker Beck (li.) im Gespräch mit NetCologne-Geschäftsführer Werner Hanf (re.). Foto: onlinekosten.de
Mit Investitionen von rund 120 Millionen Euro werden in den nächsten Monaten Gebäude in etlichen Kölner Stadtteilen erschlossen. Bauarbeiten für den Ausbau des Glasfasernetzes starten unter anderem in Pesch, Longerich, Bickendorf, Lindenthal, Junkersdorf, Raderthal, Raderberg, Bayenthal, Poll, Westhoven, Ostheim, Neubrück und Dünnwald. Der Ausbau innerhalb Kölns soll bis 2011 abgeschlossen sein. Der NetCologne-Geschäftsführer schränkte allerdings ein, dass sein Unternehmen den Fokus beim Ausbau auf wirtschaftlich interessante Gebäude richte. Von den rund 135.000 Gebäuden in Köln seien etwa 60.000 Ein- und Zweifamilienhäuser. Deren Ausbau könnte unter den aktuellen Rahmenbedingungen aus ökonomischen Gründen momentan noch nicht erfolgen, da ein Anschluss eines Gebäudes Kosten von 2.500 Euro mit sich bringen würde. Nach dem Ausbau der Kölner Innenstadt stehe die Ausweitung des Glasfasernetzes in Richtung Erftkreis an. Der Aufbau eines eigenen Hochgeschwindigkeitsnetzes werde derzeit auch in Aachen - beim Partnerunternehmen NetAachen - sowie in Siegburg vorangetrieben.

17,1 Prozent der Kölner Haushalte surfen per Glasfaser

Im europäischen Vergleich seien NetCologne und die Stadt Köln sehr gut aufgestellt. In Paris gingen nur 4,1 Prozent und in Amsterdam nur 11 Prozent der Haushalte über Glasfaser ins Internet. In Köln werde der Highspeed-Internetzugang dagegen schon von 17,1 Prozent der Haushalte genutzt. Auf Subventionen des Staates habe NetCologne dabei kein einziges Mal zurückgegriffen. Hier fügte der Abgeordnete Volker Beck an, dass der Ausbau des Glasfasernetzes auch auf dem Land notwendig sei, um Zweiklassengesellschaften zu verhindern. Aus grüner Sicht bemerkte Beck: "Dieser Ausbau ist nachhaltig und wesentlich energiesparender als die bisher genutzte Kupferleitung." NetCologne will durch die Investitionen in das eigene Highspeednetz technologisch für die nächsten zwei bis drei Jahrzehnte auf der sicheren Seite sein.

Beck erkundigte sich bei Werner Hanf zum Abschluss des Besuchs auch nach dem finanziellen Aufwand, den die umstrittene Vorratsdatenspeicherung für NetCologne mit sich bringe. Die ungeliebte Speicherung von Daten würde nach Angaben von NetCologne jährlich rund 500.000 Euro kosten. Sowohl Beck, der gegen das Gesetz geklagt hat, als auch Hanf hoffen, dass der Bundesgerichtshof oder der Europäische Gerichtshof die europäische Richtlinie letztlich doch noch als verfassungswidrig ablehnen.
Jörg Schamberg
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    Zuletzt kommentiert von docfred am 05.02.2010 um 10:04 Uhr
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