Wer häufig mit einem Navigationsgerät unterwegs ist, wird sich möglicherweise schon einmal über veraltetes Kartenmaterial geärgert haben. Geht es nach dem niederländischen Navi-Hersteller TomTom soll damit aber bald Schluss sein. Laut eines Berichts der "WirtschaftsWoche" sollen im Zuge einer Service-Offensive vor allem Konkurrenten kostenloser Navigationslösungen wie Google Maps oder
Nokia Ovi Maps ausgebremst werden. Gelingen soll das unter anderem durch häufigere Update-Intervalle des von der TomTom-Tochter Teleatlas verwendeten Kartenmaterials.
Schnelleres Update-Intervall kommt
In einem Gespräch mit dem Magazin sagte TomTom-Chef Harold Goddin: "Bis Ende des Jahres werden wir alle ein bis zwei Tage aktualisierte Karten zum Download anbieten." Bei Top-Modellen mit integriertem Mobilfunkmodul könnten die Aktualisierungen auch drahtlos erfolgen. Bisher setzt TomTom auf ein Update-Intervall alle drei Monate. Der Manager gab darüber hinaus zu bedenken, dass Gratis-Dienste in Funktionalität und Bedienbarkeit häufig nicht dem entsprächen, was Kunden erwarten. Der Umsatz an Standard-Navis sei 2009 nicht eingebrochen.
"Die Nachfrage verschiebt sich nach oben. Kunden mit geringen Ansprüchen geben sich mit kostenlosen Diensten zufrieden, wer mehr will, greift zu Mittel- oder Oberklasse-Navis", ist Goddin überzeugt. Ein zusätzliches Geschäft verspricht sich TomTom vom selbstentwickelten Verkehrsnachrichtendienst
HD Traffic. Außerdem sei davon auszugehen, dass immer mehr Autohersteller standardisierte Softwaremodule für die Navigation bei Spezialisten wie TomTom einkaufen werden. Zum Beispiel Renault. "Da gibt es nun ein fest eingebautes Navi mit unserer Technik ab Werk für nur noch knapp 500 Euro."
Hayo Lücke