Am Mittwoch stellte Apple-Chef Steve Jobs die neueste Kreation aus seinem Hause vor – einen
Tablet-PC namens iPad. Ein "iPad" ist jedoch nicht nur bei Apple zu finden, sondern auch bei den Technologieriesen Fujitsu und Siemens sowie in der Damen-Unterwäscheabteilung. Die Anziehungskraft des Namens hat offenbar auch vor
Apple diverse Hersteller begeistern können – und genau hier kündigt sich ein Problem für den
iPhone-Hersteller an: Die Bezeichnung iPad ist rechtlich in anderer Form bereits geschützt. Eine juristische Auseinandersetzung ist daher nicht auszuschließen – verbal werden die Klingen bei einigen Kontrahenten schon geschärft.
Ansprüche bei Fujitsu
Die Lage ist äußerst verwirrend. Beispiel Fujitsu: Seit etwa acht Jahren vertreibt der japanische Elektronikkonzern unter dem Kürzel "iPAD" einen Barcodescanner für den Einzelhandel, für den beim US-Patentamt schon 2003 ein Warenzeichen beantragt wurde. Allerdings stieß Fujitsu hier seinerseits auf einen Hersteller für PIN-Sicherheitstastaturen im Bereich E-Commerce, der den Namen seit dem Jahr 2000 beanspruchte. Problem hier war die Ähnlichkeit von Produkt und Branche. Bis zum Jahr 2008 versuchten daher beide Firmen ihre Ansprüche geltend zu machen. Im April verpasste Fujitsu schließlich eine wichtige Frist und wurde aus der Liste der Interessenten gestrichen - der Name ging an den Konkurrenten. Im Juni des gleichen Jahres stellten die Japaner jedoch erneut einen Antrag. Gegen diesen wiederum tritt Apple seit September offiziell als zweiter Anspruchsinhaber auf.
Fujtsu iPAD vs. Apple iPad: Wem gehören die Namensrechte?
Bilder: Fujitsu / Apple; Montage: onlinekosten.de
Eine Entscheidung ist hier völlig offen – auch bei Fujitsu weiß man das. "Nach unserem Verständnis gehört der Name uns", sagten die Japaner zwar am Donnerstag in der "New York Times". Gleichzeitig schob der Konzern jedoch nach, dass nun die Rechtsanwälte zu den weiteren Schritten konsultiert werden müssten. Der zuständige Anwalt bei Fujitsu, Edward Pennington, sagte laut "Financial Times Deutschland" gegenüber dem TV-Sender "Bloomberg", Apple müsse vermutlich mit seinem Unternehmen reden. "Bislang haben wir nicht direkt mit Apple kommuniziert", hieß es weiter.
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