Das Thema digitaler Polizeifunk (TETRA) zieht sich bereits seit rund fünf Jahren durch die deutsche Politik- und Medienlandschaft. Schon zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollten Polizei, Feuerwehr sowie medizinische und technische Rettungskräfte über die neue Technologie verfügen – passiert ist lange Zeit aber nur wenig. Viele Ordnungshüter halfen sich mit ihrem Privathandy und ließen die klobigen Analog-Funkgeräte alter Bauart lieber im Schrank. Die
neue Zielmarke für den Schritt in das digitale Zeitalter heißt 2013. Bis dahin soll der abhörsichere Sprechfunk endlich bundesweit verfügbar sein. In zehn Bundesländern werden dabei große Teile der technischen Umsetzung durch T-Systems realisiert.
Hilfe beim Aufbau der Netze
Laut T-Systems setzen unter anderem Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen auf die Unterstützung der
Telekom-Großkundensparte. Das Unternehmen bietet verschiedene Lösungen und Dienstleistungen, um die von den Ländern benötigten Sicherheitsnetze zu betreiben. Auch liefert es Bausteine, mit deren Hilfe eine abhörsichere Übertragung zwischen Leitstelle und den Einsatzkräften vor Ort sichergestellt werden soll. Da die Länder nur für den Aufbau der regionalen Infrastruktur zuständig sind, benötigen sie zudem Verbindungen zum Zentralnetz des Bundes. Hierfür vermietet die Telekom-Tochter Festnetzverbindungen, um die im Land verteilten Sendestationen anzukoppeln. Abgelegene Regionen werden alternativ mit Richtfunk angebunden.
In einigen Bundesländern unterstützt T-Systems ebenfalls den Aufbau sowie Betrieb von Kontrollzentren. Diese steuern den Betrieb der Netze und übernehmen je nach Bedarf weitere Funktionen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelte der Dienstleister darüber hinaus nach eigenen Angaben die Chipkartenlösung für die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Damit lässt sich der Sprach- und Datenverkehr auf dem gesamten Übertragungsweg schützen.
Christian Wolf