Der krisengeschüttelte US-Telekomkonzern
Motorola scheint das Gröbste hinter sich zu haben. Das zweite Quartal hintereinander hat das Unternehmen, das
kurz vor der Zerschlagung stand, wieder Gewinn gemacht. Den guten Lauf will die Konzernführung mit einem Frontalangriff auf Apples
iPhone und Co. verlängern. "Unsere ersten Android-Smartphones sind sehr gut angekommen", sagte Co-Chef Sanjay Jha am Donnerstag in Schaumburg (Illinois). Er kündigte für das laufende Jahr mindestens 20 weitere Modelle der multifunktionalen Handys an.
Dreistelliger Millionengewinn
Im Schlussquartal verdiente Motorola dank harter Einsparungen 142 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 3,7 Milliarden Dollar angefallen war. Der Umsatz fiel angesichts der Wirtschaftskrise um ein Fünftel auf 5,7 Milliarden Dollar. Damit hat sich der Rückgang gegenüber den Vorquartalen aber abgeschwächt. "Wir haben uns gut geschlagen angesichts der herausfordernden Rahmenbedingungen 2009", sagte der zweite Konzernchef Greg Brown.
Im Schlussquartal konnte Motorola sein Handygeschäft allerdings noch nicht aus den roten Zahlen führen. Das Geld brachten die beiden anderen Standbeine, das Netzwerk-Geschäft und das Geschäft mit
Mobilfunk-Lösungen für Unternehmenskunden. Laut Medienberichten hatte Motorola erst jüngst den Verkauf seiner Netzwerk-Aktivitäten gestoppt. Die Sparte, die Empfangsboxen für das Kabelfernsehen und Zubehör für
Handys herstellt, sollte demnach bis zu 5 Milliarden Dollar in die klamme Kasse bringen. Die Gebote seien jedoch zu niedrig gewesen, hieß es.
Leichter Verlust im ersten Quartal 2010 erwartet
Zwischenzeitlich hatte sich Motorola auch von seinem Handygeschäft trennen wollen. In der Krise strich der Konzern bereits Tausende von Jobs und wechselte die Führung aus. Als Hoffnungsträger gelten neue mobile Geräte wie das
Smartphone "Droid" mit dem von Google übernommenen Betriebssystem Android. Der einst zu den Branchenführern zählende US-Hersteller hatte an den Erfolg seines seines früheren Topmodells
Razr nie mehr anknüpfen können. Auch im laufenden ersten Quartal erwartet die Konzernführung wieder ein kleines Minus.