Brian Sullivan
Mit einem neuen Chef an der Konzernspitze ist der führende deutsche Pay-TV-Sender Sky in das neue Jahr gestartet.
Brian Sullivan wird seit Jahresbeginn durch Mark Williams in die Arbeitsabläufe am Hauptsitz in München eingearbeitet. Er soll den Sender - nachdem er sich einen Überblick zur Konzernstruktur verschafft hat - ab dem 1. April allein führen und hat nach Informationen des "Handelsblatt" ganz persönliche Vorstellungen, wie es mit Sky in Deutschland weitergehen soll: mit deutlich mehr Werbung als bisher.
Zehn Prozent des Umsatzes durch Werbung
Wie die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sollen künftig zehn Prozent des Umsatzes mit Werbung erwirtschaftet werden. Zwar sollen Filme und andere Sendungen nicht durch Reklame unterbrochen werden, zwischen einzelnen Programmteilen werde aber mit mehr Spots kalkuliert. Sullivan hatte auch beim britischen Bezahlsender BSkyB unter anderem auf Werbung gesetzt und das Angebot so profitabel gemacht.
Sky Deutschland schreibt hingegen immer noch Verluste und erwartet frühestens im ersten Quartal 2011 die Rückkehr in schwarze Zahlen. Während der ersten neun Monate 2009 wurden mit Werbung laut Geschäftsbericht zum dritten Quartal 12,7 Millionen Euro eingenommen - bei einem Gesamtumsatz von 581,5 Millionen Euro. Das bedeutet umgerechnet, dass Sky momentan lediglich knapp 2,2 Prozent des Umsatzes durch Werbung generiert. Der vollständige Jahresbericht wird am 25. Februar erwartet.
Internetangebot soll umgebaut werden
Das für Sport und
Internet zuständige Vorstandsmitglied Carsten Schmidt kündigte laut "Handelsblatt" zudem an, dass die Online-Aktivitäten unter www.sky.de umstrukturiert werden und in diesem Zusammenhang eine neue
Werbefläche online kreiert werde. "Wir bauen das Internet zu einem Entertainmentprotal um", so Schmidt. Unter anderem die
Fußball Bundesliga und die Champions League sollen online deutlich stärker zum Zuge kommen.
Um im Internet erfolgreich zu sein, muss Sky aber auch die eigene Preisphilosophie überdenken. Zwar argumentiert der Sender gebetsmühlenartig, (zum Beispiel) Fußball sei Premium-Content, für den man bereit sein müsse, mehr Geld auszugeben, allerdings ist in Deutschland kaum ein Fan bereit, 20 Euro für ein Spieltags-, 12 Euro für ein Tages- oder 10 Euro für ein Topspiel-Ticket zu investieren - auch aufgrund der breiten Masse an Free-TV-Sendern. Hinzu kommt:
T-Home hatte zuletzt gezeigt, dass es auch anders geht:
Entertain-Kunden müssen
9,95 Euro zahlen und können alle Spiele eines gesamten Spieltags sehen.