Nicht nur
aus Imagegründen, sondern wohl auch aufgrund eines schwächelnden Kundeninteresses hat sich die E-Plus Gruppe dazu entschieden, das Produktportfolio bei den Marken
E-Plus und
Base radikal zu verändern. Laut des am Dienstag in Düsseldorf vorgelegten Geschäftsberichts für das vierte Quartal 2009 konnte die deutsche Tochter der niederländischen KPN im lukrativen Weihnachtsgeschäft netto nur 275.000 neue Kunden gewinnen. Während neue Marken wie
simyo oder
Aldi Talk weiter wuchsen, musste E-Plus einen neuen Dämpfer einstecken.
Kundenzahl bei E-Plus schrumpft
Während zwischen September und Dezember vergangenen Jahres 443.000 SIM-Karten bei neuen Marken der Gruppe geschaltet wurden, mussten im Gegenzug aufgrund von Kündigungen und Nichtaktivität 168.000 Karten von E-Plus aus dem Netzbetrieb ausgebucht werden. Insgesamt waren zum Stichtag Ende Dezember deutschlandweit knapp 18,99 Millionen SIM-Karten im E-Plus-Netz aktiv - davon 13,46 Millionen
Discount-Karten. Die Zahl der Vertragskunden ging im vierten Quartal um 32.000 auf knapp 6,77 Millionen zurück. Dafür stieg die Zahl der
Prepaid-Kunden um 302.000 auf knapp 12,22 Millionen.
Umsatztechnisch musste E-Plus das Jahr 2009 mit einem leicht rückläufigen Ertrag abschließen. Statt 3,22 Milliarden Euro wurden nur 3,18 Milliarden Euro eingenommen (-1,1 Prozent). Der Serviceumsatz mit
Mobilfunk-Leistungen legte minimal von 3,01 Milliarden Euro auf 3,02 Milliarden Euro zu. Laut E-Plus entspricht das einem Marktanteil von circa 15,5 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 7,1 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro.
E-Plus Gruppe: die neuen Marken wie Base oder simyo können punkten. Bild: E-Plus
Base und Netzausbau im Fokus
"2010 werden wir insbesondere
mit unserer Marke Base weiter angreifen sowie den Netzausbau vorantreiben", erklärte E-Plus-Chef Thorsten Dirks. Für den Netzausbau wurde kurz vor Weihnachten eine
Partnerschaft mit dem Netzwerkausrüster ZTE beschlossen. Der Vertrag sieht vor, das E-Plus-Netz fit für schnellere Datenübertragungen mit bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zu machen.
Außerdem hat sich E-Plus wie fünf Konkurrenten beworben, zur Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen zugelassen zu werden. Stichwort:
digitale Dividende. Gleichzeitig wurde vor dem Verwaltungsgericht Köln allerdings eine
Klage wegen marktschädlicher Wettbewerbsverzerrungen durch die Aktion eingereicht.