Grünes Licht für einen großen Deal in der deutschen Kabelbranche: Der Liberty-Konzern des US-Medienmoguls
John Malone darf den zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreiber
Unitymedia übernehmen. Das entschied die EU-Kommission am Montag in Brüssel. Damit bekommt der US-Konzern die Kontrolle über die Netze in Hessen und Nordrhein-Westfalen, wo Unitymedia seinen Schwerpunkt hat.
Grünes Licht
Die Übernahme werde den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht behindern, entschied die Brüsseler Behörde, die die Folgen für Rundfunklizenzen, Pay-TV,
Internet-Telefonie und
Internetzugang unter die Lupe nahm. Bei den Rundfunklizenzen seien keine negativen Folgen zu befürchten, da beide Unternehmen nur über einen geringen Marktanteil verfügten und zudem starke Wettbewerber wie Sky, Canal+ und die RTL-Gruppe auf dem Markt präsent seien. Wegen der starken Konkurrenz könne der Konzern anderen Betreibern von Fernsehsendern nicht den Zugang zu Kunden verwehren.
Der
Kaufpreis für Unitymedia mit seinen 6,4 Millionen Kunden beträgt nach früheren Angaben 3,5 Milliarden Euro. Mit Unitymedia erreicht Liberty Global weltweit insgesamt mehr als 40 Millionen Haushalte. Der Kabelkonzern unterhält Netze in 14 Ländern unter anderem in Europa, Japan, Chile und Australien. Nach der Vereinbarung wird die deutsche Unitymedia gezwungen, sich neu zu verschulden, weil die Übernahme zum Teil über einen Kredit von Unitymedia selbst finanziert wird.