GMX und web.de zensieren E-Mails – diesen Vorwurf erhob am Mittwoch das Internetportal MM-News gegen die zur
1&1-Muttergesellschaft United Internet gehörenden Freemail-Anbieter. "Von der Mail-Zensur sind alle Kunden der genannten Unternehmen betroffen, auch solche, die gebührenpflichtige 'Premium-Accounts' haben", empörte sich MM-News-Betreiber Michael Mross auf seiner
Website. Aus Sicht der Beschuldigten stellt sich die Sachlage allerdings ein wenig anders dar. "web.de und GMX verwahren sich gegenüber den Behauptungen, Mails zu zensieren", teilten die E-Mail-Anbieter in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Sie wiesen darauf hin, dass der IP-Adressbereich der betroffenen
Server auf anerkannten Spamlisten als gefährlich eingestuft sei und daher aus Sicherheitsgründen gefiltert werde.
Schutz der Kunden geht vor
Dies sei Teil des Bestrebens, Kunden vor Spam, Viren und anderen Gefahren des Internets zu schützen. Man arbeite dafür unter anderem auch mit renommierten Spamlisten-Betreibern wie spamhaus.org zusammen. "Deren (SBL-) Liste zählt im
Internet mittlerweile zum Industrie-Standard, weshalb auch web.de und GMX die Annahme von Mails der hier gelisteten
IP-Adressen noch vor den Grenzen ihrer Rechenzentren ablehnt", so die Unternehmen. "Dem Versender mmnews wurden die Gründe für das Listing seitens des MailSecurity-Teams wie auch durch spamhaus.org direkt mehrfach mitgeteilt. Die empfohlenen Maßnahmen haben die Betreiber bislang nicht umgesetzt", heißt es weiter. Der IP-Adressbereich der MM-News-Server werde für zahlreichen Spamversand und andere cyberkriminelle Aktivitäten genutzt.
1&1 wehrt sich auf dem hauseigenen Blog gegen die Vorwürfe. Screenshot: onlinekosten.de
Ähnlich äußert sich auch 1&1 zu den Angriffen. "Ein Webseiten-Betreiber hat unsere Mail-Experten nun der Zensur bezichtigt, weil der IP-Adressbereich, von dem der Betreiber seine Mails und Newsletter versendet, gesperrt wurde. Davon kann nicht die Rede sein", schrieb Pressesprecher Andreas Maurer am Donnerstag auf dem
hauseigenen Blog.
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