Die Musikindustrie befindet sich weltweit im Wandel. Der Umsatz mit Musik rund um den Globus fiel zwischen 2004 bis 2009 um rund 30 Prozent. Gleichzeitig kamen im vergangenen Jahr bereits 27 Prozent der weltweiten Einkünfte der Plattenfirmen aus digitalen Vertriebskanälen. Das ist dem siebten
Report zum digitalen Musikmarkt zu entnehmen, den die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) nun vorlegte. Digitale Musik ist laut dem globalen Verband der Musikindustrie inzwischen auf vielfältige Art und Weise erhältlich: Über Download-Stores, Streaming-Seiten, Abo-Dienste, kostenlose werbefinanzierte Seiten oder über Angebote im Bundle mit einem Breitbandanschluss oder Mobilfunkvertrag.
Digitale Musik ist Milliardenmarkt
Der Markt mit digitaler Musik erreichte im vergangenen Jahr einen Umfang von 4,2 Milliarden US-Dollar, dennoch
verlangsamte sich das Wachstum bei Musik-Downloads. Ausgebremst werde der Markt weiterhin durch die Musikpiraterie, sichtbares Zeichen sei der Einbruch von Verkäufen und Investitionen auf drei großen Musikmärkten. Um weiter in neue Künstler investieren zu können, müsse daher zunächst der Kampf gegen illegale Downloads angegangen werden. Einige Regierungen wie in Frankreich oder Großbritannien hätten bereits ihre entsprechenden
Gesetze gegen illegale Downloads verschärft.
Lady Gaga macht auch digital Kasse
Dennoch zeigt die vom IFPI erstellte Top 10 der meistverkauften digitalen Songs 2009, das sich Musiktitel auch digital millionenfach verkaufen lassen. Die US-Sängerin Lady Gaga schaffte es im vergangenen Jahr auf den Thron: Ihr Hit
Poker Face verkaufte sich 9,8 Millionen mal und wurde damit 2009 zum bestverkauften digitalen Song. Die exzentrische Sängerin mit Hang zu skurriler Bühnenkleidung schaffte es zusätzlich mit ihrem Titel
Just Dance und 7,7 Millionen digitalen Kopien auf Platz 4. Hinter der Spitzenreiterin Lady Gaga auf Platz 2 folgten die Black Eyed Peas mit ihrem Song
Boom Boom Pow, der immerhin 8,5 Millionen Käufer fand, Platz 3 konnte Jason Mraz mit
I'm yours und 8,1 digitalen Verkäufen für sich verbuchen. Ein Jahr zuvor hatte Lil Wayne's
Lilipop mit 9,1 Millionen verkauften Einheiten die digitalen Charts angeführt.
Die Top 10 der digitalen Songs 2009:
| Künstler
|
Titel
|
Verkaufszahlen (in Millionen)
|
| Lady Gaga
|
Poker Face
|
9,8
|
| Black Eyed Peas |
Boom Boom Pow |
8,5 |
| Jason Mraz |
I'm Yours |
8,1 |
| Lady Gaga |
Just Dance |
7,7 |
| Black Eyed Peas |
I Gotta Feeling |
7,1 |
| Taylor Swift |
Love Story |
6,5 |
| Beyonce |
Single Ladies |
6,1 |
| Soulja Boy Tell'Em |
Kiss me Thru The Phone |
5,7 |
| Kayne West |
Heartless |
5,5 |
| Britney Spears |
Circus |
5,5 |
Quelle: IFPI. Berücksichtigt wurden die Verkäufe bis November 2009. Enthalten sind auch Klingeltöne sowie Handy-Downloads.
Nur eine Minderheit will für digitale Musik zahlen
In den USA, dem weltweit größten Musikmarkt, machten die Einnahmen aus
Internet- und mobilen Musikverkäufen mittlerweile einen Anteil von 40 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Im vergangenen Jahr lizenzierte die Musikindustrie elf Millionen Tracks an 400 legale Musikdienste rund um den Globus. Es gebe Kooperationen mit Partnern wie
MySpace Music,
Hulu,
Vodafone oder
Nokia. Der iTunes-Service von Apple verzeichnet aktuell mehr als 100 Millionen Kundenkonten in 23 Ländern und konnte seinen Anteil am Gesamtmusikmarkt in den USA auf 25 Prozent ausbauen.
Der IFPI-Report verweist darauf, dass 70 Prozent aller in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland konusmierten Musik aus digitalen Kanälen komme, doch diese würden nur zu 35 Prozent der Gesamteinnahmen der Musikindustrie beitragen. In den USA zahlten nur 18 Prozent der über 13-Jährigen für digitale Musik, in den fünf größten europäischen Musikmärkten seien sogar nur acht Prozent der Musiknutzer dazu bereit. In Europa kamen daher nur 15 Prozent der Einnahmen aus digitalen Verkäufen. Die Verkäufe von Singles über
Handys blieb 2009 stabil, der Verkauf von Klingeltönen wuchs dank starker Nachfrage in den USA, Indien und Japan weiter.