Auf der Euroforum-Jahrestagung "Telecom Trends" in Düsseldorf wurde es durch den
Branchenbeobachter Arndt Rautenberg bereits angedeutet, nun mehren sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Eigentümerwechsel von
Kabel Deutschland. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, suche die Muttergesellschaft Providence nach einem Käufer für den
Kabelanbieter. Als zweite Option werde parallel auch der Börsengang des Unternehmens vorbereitet.
Börsengang zweites Quartal 2010
Bereits im zweiten Quartal 2010 könnte Kabel Deutschland demnach am Aktienmarkt starten. Den gleichen Zeitraum hatte am Mittwoch auch Analyst Rautenberg genannt. Kabel Deutschland-Sprecher Marco Gassen wollte dazu auf Nachfrage von onlinekosten.de keinen Kommentar abgeben. Laut "FTD" liegt das Volumen des Börsengangs bei knapp 2 Milliarden Euro. Vorbild für das Vorgehen sei der im Vorjahr abgeschlossene Verkauf des Konkurrenten
Unitymedia an den US-Medienkonzern
Liberty Global für rund 3,5 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund berichtete vergangene Woche das "Handelsblatt", Liberty Global denke ebenfalls an eine Übernahme von
Kabel BW und wolle langfristig
alle großen deutschen Kabelanbieter übernehmen. Demnach wäre das Unternehmen an einem Kauf von Kabel Deutschland interessiert. Liberty Global
dementierte die Gerüchte umgehend.
Wechselt womöglich bald den Eigentümer: Die Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring.
Bild: Kabel Deutschland
Auch Experten bezweifeln ein solches Szenario. So gilt ein Zusammenschluss aller großen Kabelanbieter aufgrund des zu erwartenden Widerstandes des Bundeskartellamtes als extrem unwahrscheinlich. Der Verkauf von Kabel Deutschland könnte jedoch neuen Schwung in den hart umkämpften Breitbandmarkt bringen. Möglich wäre etwa der Einstieg eines
DSL-Anbieters in das Kabelgeschäft. Vor allem
Versatel hatte in letzter Zeit mehrere kleinere Kabelgesellschaften übernommen.