Schnelle Breitbandzugänge sind abseits der großen Ballungsgebiete meist noch Fehlanzeige. Doch hin und wieder profitieren auch kleinere Städte wie das rund 73.000-Einwohner zählende Bocholt am Rande des westlichen Münsterlandes von besonderen Initiativen. Gleich drei Partner hatten sich zusammengeschlossen, um schnelle
Internetzugänge auch für erste Haushalte in dieser Region zu ermöglichen. Der bundesweit aktive
Internetanbieter Versatel realisierte zusammen mit den beiden regionalen Kooperationspartnern BORnet und der Bocholter Energie und Wasserversorung (BEW) ein
Triple-Play-Angebot mit einer Bandbreite von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download. Für den Upload von Daten stehen bis zu fünf Mbit/s zur Verfügung.
Start im Neubaugebiet
Das Highspeed-Netz steht ab sofort Anwohnern im ersten Bauabschnitt des Neubaugebietes Stenern zur Verfügung. Geboten werden mit der Startaktion "
...'n bit-ken flotter!" neben einer
Internet-
Flat mit einem Upload von bis zu fünf Mbit/s auch eine Flatrate für Gespräche in das deutsche Festnetz sowie
Kabel-TV. Der Basistarif ermöglicht das Surfen mit bis zu fünf Mbit/s im Download für 19,90 Euro monatlich und beinhaltet einen
Telefonanschluss. Für einen Aufpreis von 20 Euro im Monat bietet das Zusatzmodul
Highspeed 25.000 eine Bandbreite von bis zu 25 Mbit/s, für 25 Euro zusätzlich zum Basispreis kann mit bis zu 50 Mbit/s gesurft werden. Analoges Fernsehen per
Kabel ist für 13 Euro monatlich hinzubuchbar. Eine Telefon-Flat wird für fünf Euro im Monat angeboten. Als einmalige Kosten fallen für die bauliche Erschließung des Glasfaseranschlusses 300 Euro an. Die neuen Kunden binden sich 24 Monate an das Angebot.
FTTH: Glasfaser bis ins Haus
Bocholt: Per FFTH-Glasfaser mit bis zu 50 Mbit/s surfen. Bild: BEW
Technisch setzen die drei Kooperationspartner auf die "Fiber to the Home"-Technologie (FTTH): Glasfaserleitungen werden direkt bis in die Wohnungen verlegt. Dadurch würden sich laut Versatel höhere und stabilere Bandbreiten erzielen lassen als es etwa mit
ADSL oder
VDSL möglich wäre. "Die ersten Kunden konnten wir bereits gewinnen", so Mahinde Abeynaike, Chef-Stratege bei Versatel. Auch langfristig seien die Kunden mit diesem Breitbandanschluss für die Anwendungen der Zukunft gewappnet.
Verantwortlich für die Errichtung des Zugangsnetzes sind BORnet und BEW. Freude über den Startschuss für das Hochgeschwindigkeitsnetz herrschte denn auch bei BORnet-Geschäftsführer Stephan Klaus: "Gerade ländliche Regionen haben im Hinblick auf die zur Verfügung stehende
Breitband-Infrastruktur im Vergleich zu den Ballungszentren häufig das Nachsehen." Nun stünden in Stenern Bandbreiten zur Verfügung, die selbst in vielen Großstädten noch nicht zu finden seien.
Versatel hatte bereits im vergangenen September zusammen mit dem Kooperationspartner
Gelsen-Net Internet mit bis zu 100 Mbit/s in Gelsenkirchen gestartet. Eine Versatel-Sprecherin erklärte gegenüber onlinekosten.de, das auch zukünftig an FTTx-Kooperationen mit weiteren Kommunen gearbeitet werde.