Sonntag, 24.01.2010 16:31

Per Fingerabdruck zahlen - Datenschützer skeptisch

aus dem Bereich Sonstiges
Geld vergessen, EC-Karte auch, genervte Gesichter in der Schlange an der Kasse. Kein Problem, schließlich hat man den eigenen Zeigefinger dabei. Einige Supermärkte haben das Zahlen per Fingerabdruck bereits eingeführt.

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Den Finger vergisst man nicht

Ein Pilotprojekt für das bundesweit erste "filialübergreifende biometrische Bezahlverfahren" läuft beim Rewe-Markt in Hürth bei Köln (Eschweiler Straße 2). Der Vorteil des Fingers liege doch auf der Hand, meint Kassiererin Helga Gerth: "Das Geld kann man zu Hause vergessen, die Karte kann man verlieren, aber den Finger nicht." Das neue Angebot werde von Menschen aller Altersklassen gut angenommen. Die Kölner Testkunden seien "Versuchskaninchen", sagt dagegen die Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesdatenschutzbeauftragten.

In einigen Supermärkten ist das Zahlen mit Fingerabdruck schon möglich, wie Ulrich Binnebößel vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) sagt. Allerdings bisher nur als Insellösungen: "Vor allem in Süddeutschland haben einige hundert Märkte von Edeka - das sind meist selbstständige Kaufleute - das System schon im Betrieb, aber nur jeweils beschränkt auf die eine Filiale." Der Düsseldorfer Handelsriese Metro prüft eine neue Technologie im "Future Store" seines Lebensmittelhändlers Real im niederrheinischen Tönisvorst.

Akzeptanz der Kunden testen

Das "FingerPayment"-Modell, das die Kölner Rewe-Gruppe testet, soll Kunden das bargeld- und kartenlose Zahlen in allen teilnehmenden Märkten ermöglichen. Die Technologie kommt vom Hamburger Biometrie-Spezialisten Dermalog, der sein System auf der Computermesse CeBIT im März vorstellen und dem Bezahlen per Fingerabdruck bundesweit zum Durchbruch verhelfen will. Bei Rewe müssen sich die Kunden an einem Terminal im Laden registrieren, einen Finger der rechten und linken Hand auf einen Scanner legen sowie Anschrift und Bankverbindung angeben. Der Betrag wird per Lastschrift vom Konto eingezogen.

"Wir wollen die Alltagstauglichkeit der neuen Technik und die Akzeptanz der Kunden testen", erklärt Rewe-Sprecher Andreas Kraemer. Da nur einige charakteristischen Merkmale des Fingers gescannt und diese in einen anonymisierten Zahlencode umgewandelt werden, könne der ganze Fingerabdruck auf keinen Fall rekonstruiert werden. Die Informationen speichere Rewe getrennt von Personen- und Kontodaten in hochsicheren Datenbanken.
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 Was ist eigentlich aus den "RFID-Kassen" geworden? (2 Beiträge) 
    Zuletzt kommentiert von revoluzzer am 25.01.2010 um 02:27 Uhr
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