Um den lange erwarteten
Tablet-PC von Apple ranken sich seit Wochen die Spekulationen. Ein
neues Apple-Produkt – eventuell der Tablet-Computer – soll am 27. Januar der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Da das Gerät des iPhone-Herstellers angeblich auch das Lesen von Büchern ermöglichen soll, blickt die Konkurrenz von E-Book-Herstellern wie
Amazon gebannt auf dieses Datum. Doch der Onlinehändler geht jetzt laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) selbst in die Offensive und lockt die Verlagsbranche mit höheren Umsatzbeteiligungen beim Verkauf elektronischer Bücher. Dabei ist das US-Unternehmen allerdings weniger Jäger, denn Gejagter.
Niedrigere Preise für E-Books
Die Tantiemen für Autoren und Verlage wolle Amazon verdoppeln, wenn der Preis für einen digitalen Text 20 Prozent niedriger sei als für die gedruckte Variante. Ab Sommer wolle der US-Internethändler 70 Prozent des Verkaufspreises eines Buches oder anderer elektronischer Texte an die Verlage und Autoren zahlen. Dafür dürfe ein elektronisches Exemplar allerdings nur zwischen 2,99 und 9,99 Dollar kosten. Amazon versucht auf diesem Wege möglichst viele digitale Inhalte für sein elektronisches Lesegerät
Kindle bereitzustellen und sich dadurch von der wachsenden Konkurrenz abzuheben. Derzeit sind rund 320.000 Bücher für die Amazon-Lesegeräte verfügbar, die meisten jedoch in englischer Sprache. Erst in der vergangenen Woche hatte Amazon die
Öffnung des Kindle Store auch für deutsche E-Books bekanntgegeben.
Amazon Kindle DX: Mehr Inhalte für das E-Book. Bild: amazon.com
Apple als möglicher starker Gegenspieler
Die Zeit drängt allerdings, denn es gibt bereits Verhandlungen zwischen Apple und Buch- und Zeitungsverlagen. Apple habe dabei den Verlagen bereits im vergangenen Dezember ein ähnliches Angebot wie Amazon vorgelegt. Eine neue iTunes-Version könnte neben Musik und Videos künftig auch digitale Bücher anbieten. Die Verlagsbranche sehe das Angebot von Amazon laut "FTD" eher mit Unmut. Ein Branchenkenner bezeichnete die Koppelung höherer Umsatzanteile an niedrigere Preise für E-Books als unüblich.
Um das Kindle für Nutzer attraktiver zu machen, sollen Software-Entwickler zudem mit einem
Kindle Developer Kit eigene Apps für das Lesegerät entwickeln. Zusammenarbeiten wolle Amazon unter anderem mit dem Computerspielkonzern Electronic Arts. Im Februar wird zunächst eine Testphase starten. Die kleinen Anwendungen könnten später im Kindle Store angeboten werden.