Die im Rahmen der
Hacker-Angriffe auf Google aufgedeckte
Sicherheitslücke im Internet Explorer und die darauffolgende
Warnung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem IE sind für die Konkurrenten von Microsoft natürlich ein gefundenes Fressen. Sowohl Mozilla als auch die norwegische
Browser-Schmiede Opera Software können sich über steigende Download-Zahlen freuen.
IE-Nutzer sorgen für mehr Firefox-Downloads
Mozilla hat den Zugewinnen sogar einen eigenen Blog-Eintrag gewidmet und dort eine Grafik veröffentlicht, die zeigt, wie die Download-Zahlen seit der Warnung am Freitag in die Höhe geschnellt sind. Zwischen Freitag und Montag haben Nutzer des
Internet Explorer die Statistik um mehr als 300.000 zusätzliche
Firefox-Downloads bereichert. Besonders steil verläuft die Kurve am Wochenende mit knapp 200.000 Downloads. An den übrigen in der Grafik erfassten Tagen im Dezember und Januar pendelten sich die täglichen Downloads bei rund 70.000 ein.
"Signifikanter" Anstieg auch bei Opera
Mozilla freut sich über steigende Firefox-Downloads in Deutschland. Bild: Mozilla
Auch Opera sprach auf Anfrage von onlinekosten.de von einem "signifikanten" Anstieg der Downloads in mehreren Ländern, wollte aber keine aktuellen Zahlen nennen. Der Opera Browser sei in Regionen wie Russland und der Ukraine sehr beliebt und gewinne auch zum Beispiel in Deutschland eine erfreulich hohe Zahl von Nutzern hinzu. Anlässlich der Situation ließ es sich eine Sprecherin nicht nehmen, noch einmal die Sicherheitspolitik von Opera herauszustellen: Opera sei der sicherstes Webbrowser.
Apple hielt sich hingegen bedeckt - nicht unüblich für den US-Konzern. Ein zuständiger Sprecher gab an, dass das Unternehmen generell keine Marktanteile veröffentliche. Genauso sieht es bei Google aus. Ob der
Chrome Browser seitdem häufiger heruntergeladen wurde oder nicht, wollte Google auf Anfrage von onlinekosten.de nicht mitteilen.
Net Applications: Keine Veränderung, in Frankreich sogar Steigerung
Den
letzten Browser-Zahlen von "Net Applications" zufolge geht es für Chrome aber insgesamt bergauf. Unserer Redaktion teilte der Anbieter von Tools für Webmaster außerdem mit, dass in der Gesamtbetrachtung der letzten 30 Tage keine signifikante Veränderung auf dem europäischen Browser-Markt zu erkennen sei, auch bezogen auf Deutschland im Einzelnen nicht. In Frankreich sei die IE-Nutzung seit der BSI-Warnung sogar angestiegen. "Net Applications" weist auf die Möglichkeit einer Verzögerung hin, gibt aber auch das mögliche Vertrauen der Nutzer in die schnelle Schließung der Sicherheitslücke als Grund für die unveränderte Internetnutzung mit dem IE an.
Der
Patch für die Sicherheitslücke im Internet Explorer soll am Donnerstagabend veröffentlicht werden.