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Internetanbieter Vodafone sieht die Zukunft schneller Breitbandverbindungen vor allem in glasfaserbasierten Zugangslösungen. "Irgendwann wird jedes Haus in Deutschland - egal ob in der Stadt oder auf dem Land - an einer Glasfaserleitung hängen. Wasser und Strom gibt es ja auch überall", sagte Josef Schäfer, Bereichsleiter "Strategie & Innovation" bei Vodafone Deutschland auf der Euroforum-Jahrestagung "Telecom-Trends" in Düsseldorf. Um den weiteren Ausbau zu forcieren, seien allerdings nicht nur die Telekommunikationsunternehmen gefragt, sondern auch die Bundesregierung. "Die Politik tut etwas, aber nicht genug", so Schäfer.
Der Staat soll bürgen
Konkreten Handlungsbedarf sieht der Manager vor allem bei Finanzierung und Ausbau der Infrastruktur für Glasfaseranschlüsse. Deutschland hinke hier in Europa deutlich hinterher. Die Politik müsse sich stärker engagieren, um einen zügigeren Ausbau zu unterstützen. "Wir führen intensive Diskussionen über die Finanzierung der Leitungsbereitstellung und des Ausbaus der Infrastruktur. Diese muss für uns am Kapitalmarkt erfolgen und ist ein Problem", sagte Schäfer. Betreiber von Atomkraftwerken hätten beispielsweise keine Schwierigkeiten, am Kapitalmarkt eine Finanzierung über 40 Jahre zu erhalten. "Wir hingegen stoßen auf Vorbehalte und müssen innerhalb von maximal sechs Jahren eine Refinanzierung leisten." Dies sei nicht umsetzbar. Schäfer forderte daher, der Staat müsse eine Bürgschaft für solche Investitionen übernehmen. Nur so könne den Geldgebern die gewünschte Sicherheit geboten werden.
Weiterer Ausbau des eigenen Netzes angekündigt
Vodafone setze auch in Zukunft vor allem auf den Ausbau der eigenen Netzinfrastruktur. "Wir wollen uns nicht auf den Service zurückziehen. Deswegen ist es nötig zu bauen", sagte Schäfer. Im Festnetzbereich definierte er dabei den Ein-Gigabit-Anschluss als nächstes Ziel.
Mobiles Internet hingegen werde von Vodafone trotz der neuen LTE-Technik nicht als direkte Konkurrenz für kabelgebundene Highspeed-Netze verstanden. "Eins ist klar: Wenn der Smartphone-Markt weiter so wächst, müssen wir Bandbreiten bereitstellen, bei denen uns noch etwas schwarz vor Augen wird. LTE wird dabei auch nicht sehr helfen", so Schäfer. Es gehe hier nicht darum, 100 Mbit/s für einen Kunden bereitzustellen, sondern eher ein Mbit/s für 100 weitere Kunden. Festnetz und mobile Datendienste seien komplementäre Märkte, die einander ergänzten.
Einer flächendeckenden Versorgung mit Breitbandanschlüssen bis Ende 2010, wie von der Bundesregierung gefordert, erteilte Schäfer hingegen eine klare Absage. Dies sei ein hoher Anspruch und unrealistisch. "Da darf man sich fragen, wie soll denn das gehen - auf dem Lande", so der Unternehmensvertreter.
Christian Wolf