Die
Übernahmen von Hansenet durch Telefónica beziehungsweise
von Unitymedia durch Liberty Global haben es bereits gezeigt: die Konsolidierung auf dem deutschen Breitbandmarkt schreitet voran. Dieser Trend wird auch in den kommenden Jahren anhalten. "In drei Jahren werden wir deutlich weniger Breitband-Anbieter auf dem deutschen Markt sehen", prognostizierte Analyst Frank A. Rothauge von Sal. Oppenheim am Mittwoch auf der Euroforum Jahrestagung "Telecom Trends" in Düsseldorf. Insbesondere
DSL-Anbieter stehen in seinen Augen unter Druck.
Trend zu mobilem Internet
Das liege unter anderem an der Tatsache, dass das
mobile Internet im Trend liege. "Der Geschwindigkeitsabstand zwischen
DSL und mobilem Internet wird in der Wahrnehmung weiter abnehmen", sagt Rothauge. In Österreich sei bereits zu beobachten gewesen, dass mobile Internetdienste als genauso schnell angesehen wurden wie DSL-Verbindungen. Dieser Trend habe sich aber gedreht, weil von den Nutzern erkannt wurde, dass sich die einzelnen Mobilfunkzellen zunehmend füllten und damit die Down- und Upstream-Geschwindigkeiten sanken. Dennoch sei auch in Deutschland zu erwarten, dass insbesondere Singles ihren
DSL-Anschluss kündigen und auf mobile Internettarife setzen - unter der Voraussetzung, dass sie wenig Video-Content nutzen, so Rothauge weiter.
Eine Gefahr stellen in seinen Augen aber auch die
Kabel-Anbieter dar, die schon heute neue Kunden mit hohen Bandbreiten locken. Hohe Geschwindigkeiten werden insbesondere benötigt, um künftig TV- und Video-Dienste über das
Internet zu übertragen, meint der Analyst. Und
Kabel Deutschland und Co. arbeiten gerade in diesem Segment schon erfolgreich über die klassischen Fernsehkabelnetze. Rothauge meint deswegen: "Die DSL-Spieler sind gefangen in ihrer derzeitigen Geschwindigkeitssituation."
1&1 mittelfristing ein reiner Webhosting-Anbieter?
Nicht zuletzt deswegen werde es auf dem deutschen Breitbandmarkt zu einer weiteren Konsolidierung kommen. Auch
1&1 spielt bei Sal. Oppenheim in diesem Zusammenhang eine Rolle. Allerdings nicht zwingend als Konsolidierer, sondern als Unternehmen, dass möglicherweise übernommen wird. Damit sei zwar nicht kurzfristig zu rechnen, mittelfristig aber durchaus eine Option. Es sei nicht auszuschließen, dass 1&1 sich Ende 2011 / Anfang 2012 vom DSL-Markt zurückziehe und auf das
Webhosting-Geschäft konzentriere. Denkbar sei aber auch, dass alles so bleibt wie es momentan ist und zusätzlich auf mobile Breitbanddienste gesetzt werde.