Im Streit mit den USA über Sicherheit und Meinungsfreiheit im
Internet schlägt China zurück. Nach einem Hacker-Angriff auf seine Suchmaschine verklagt das
">chinesische Internetunternehmen Baidu seinen amerikanischen
Domain-Verwalter register.com wegen "grober Nachlässigkeit". Wie die größte Suchmaschine in China nach Angaben chinesischer Medien am Mittwoch in Peking mitteilte, sei die Klage auf Schadenersatz vor Gericht in New York eingereicht worden. Baidu war vergangene Woche Opfer eines Angriffs von Hackern geworden, die sich selber "
Iranische Cyber-Armee" nannten und auch eine iranische Flagge auf der Suchseite platzierten. Die Seite war stundenlang nicht zu benutzen.
Google im Streit mit chinesischen Behörden
Die Klage gegen den US-Dienstleister erfolgt vor dem Hintergrund des
Streits zwischen Google mit den chinesischen Behörden über einen
Hacker-Angriff im Dezember auf den US-Internetkonzern. Die Attacke, die laut Google aus China kam, veranlasste das Unternehmen, sein Engagement in dem Wachstumsmarkt zu überdenken. So kündigte Google an, seine Suchergebnisse in China künftig nicht mehr selber zensieren zu wollen. Dafür wird sogar einen
Rückzug aus China in Kauf genommen. Die US-Regierung forderte von China weitgehende Aufklärung der Attacken auf Google, die den US-Internetkonzern veranlasst hatte, sein China-Geschäft insgesamt auf den Prüfstand zu stellen und sich vor allem nicht mehr der Zensur beugen zu wollen.
Gespräche zwischen US-Regierung und China
Wegen der Angriffe auf Google, die nach Angaben des Unternehmens aus China gekommen sein sollen, gab es nach US-Angaben schon mehrere Treffen zwischen der US-Regierung und chinesischen Behörden. "Es ist jetzt klar, dass China die Anschuldigungen von Google bestreitet, aber wir glauben, dass die Chinesen in der besten Position sind, das zu erklären - und wir fordern von ihnen eine Erklärung", sagte der US-Außenstaatssekretärs für Ostasien, Kurt Campbell, nach Angaben der US-Botschaft in Peking. Die USA nähmen die Sache "sehr ernst".