Das Jahr hat zwar gerade erst begonnen, die
Deutsche Telekom ist jedoch angeblich bereits sicher, dass Erfolgsmeldungen 2010 eher die Ausnahme bleiben werden. "Der gesamten Branche ist klar, dass das Geschäft derzeit stagniert", zitiert das "Handelsblatt" aus nicht genannten Führungskreisen des Unternehmens. Als einzige Ausnahme gelten demnach Internetdienste, die in diesem Jahr deutlicher ins Zentrum der Konzernstrategie rücken sollen. Bereits im Dezember hatte Telekom-Chef
René Obermann einen Strategiewechsel
unter dem Namen "Strategie 2.0" angekündigt.
Neue Internetdienste in Planung
Um die Kompetenz der Telekom im Online-Bereich zu stärken und auszubauen, seien dabei weitere Zukäufe nach dem Vorbild der
Strato-Übernahme geplant, berichtet das Blatt. Das Unternehmen wolle die Kunden in den bestehenden Märkten halten und ihnen nach Möglichkeit weitere Produkte verkaufen. Ein Schwerpunkt liege auf dem
IPTV-Angebot
Entertain, das bisher mit
rund einer Million Abonnenten zum Ende 2009 die Erwartungen nur verzögert erfüllt hat. Damit schnellstmöglich neue Dienste angeboten werden können, werde daher der Einkauf von Expertenwissen angestrebt. Dies solle auch neue Telekom-Eigenentwicklungen befördern. Wo zusätzliche Akquisitionen hingegen nicht möglich sind, werden strategische Partnerschaften vorhandene Schwächen ausgleichen, schreibt die Zeitung weiter.
Weitere Impulse erhofft sich das Unternehmen zudem von der
Zusammenlegung der Festnetz- und Mobilfunksparte, die neben Kosteneinsparungen auch die
Entwicklung neuer Bündelprodukte zum Ziel hat. Im Glasfaser-Bereich setzt die Telekom darüber hinaus auf die Einnahmen aus den Nutzungsentgelten der Wettbewerber. Die entsprechenden Anträge wurden am
Montag bei der Bundesnetzagentur eingereicht.
Mehr Wachstum und stärkere Kundenbindung
Bei den Online-Diensten sieht die Telekom viel Potential für mehr Wachstum und eine stärkere Kundenbindung. Der Bereich sei im Vorjahr bereits um 13 Prozent gewachsen. Bisher erwirtschafteten die Telekom-Internetdienste, zu denen auch die Scout-24-Gruppe zählt, allerdings lediglich rund 800 Millionen Euro, so das "Handelsblatt". Dies entspräche angesichts eines Umsatzes von zuletzt 62 Milliarden Euro nur etwas mehr als einem Prozent der Gesamtbilanz. Zudem drücken etliche ungelöste Probleme auf die Gewinnaussichten der Bonner.
Insbesondere die Auslandsbeteiligungen in Osteuropa und den USA stehen durch die Wirtschaftskrise unter Druck. Schnelle Lösungen seien jedoch nicht in Sicht, weitere Entscheidungen noch nicht gefallen, schreibt das "Handelsblatt". Im US-Geschäft wolle die Telekom vorerst die Entwicklung des Marktes abwarten. Prinzipiell sei aber vieles möglich – vom Einstieg eines Partners bis zu einem Komplettverkauf reichten die verfügbaren Optionen.