Die goldenen Tage des Briefes sind spätestens seit der großflächigen Nutzung von E-Mail-Diensten vorbei. Dennoch ist die Briefsparte weiterhin der größte Ertragsbringer der Deutschen Post. Um die sinkenden Einnahmen zu stabilisieren, geht das Unternehmen nun in die Offensive. Eine Symbiose aus E-Mail und herkömmlichem Brief soll zukünftig neue Kunden anlocken. Zu übermittelnde Nachrichten werden dabei durch den Kunden online eingesandt, von der Post ausgedruckt und zu günstigeren Preisen als normal zugestellt. Für jeden Standard-Brief wird etwa ein Porto von 46 Cent fällig, so ein Konzernsprecher laut "Financial Times Deutschland" (FTD).
Genehmigung notwendig
Der anvisierte Preis müsse allerdings noch durch die Bundesnetzagentur genehmigt werden, so die FTD. Die Post habe einen entsprechenden Antrag bereits gestellt. Grundlage des neuen Angebots ist der
bereits für 2010 angekündigte Online-Brief, für den weitere Kosten anfallen. Preise hierfür stünden jedoch noch nicht fest, sagte ein Post-Sprecher der FTD. Die genannten 46 Cent seien lediglich dafür gedacht, wenn die Post Online-Briefe außerhalb des Netzes zustelle, also ausdrucke und in den Briefkasten des Adressaten werfe. Die Post habe den Antrag bei der Bundesnetzagentur bereits jetzt gestellt, damit kein neues Genehmigungsverfahren nötig werde, wenn das Projekt Online-Brief den Kunden angeboten wird, hieß es weiter. Laut weiteren Medienberichten muss die Entscheidung der Netzagentur bis Ende Februar fallen.
Registrierung mit Personalausweis notwendig
Um das Angebot zu nutzen, ist eine vorherige Registrierung bei der Post unter Vorlage des Personalausweises notwendig. So soll sichergestellt werden, dass Absender und Empfänger jederzeit klar und eindeutig zu erkennen sind. Nach Angaben der Post sei zudem das Briefgeheimnis gewahrt. Insbesondere Behördenpost und Geschäftsbriefe könnten daher auch über das Netz verschickt werden.
Einen ähnlichen Dienst ohne eindeutige Registrierung bietet die Post bereits seit 2008. Unter
www.schreibcenter.de können Kunden ebenfalls Briefe direkt online schreiben oder in verschiedenen Formaten hochladen. Bezahlt wird unter anderem über
PayPal, Kreditkarte oder
SMS. Den Ausdruck übernimmt die Post und stellt die Briefe oder Postkarten regulär zu. Im Gegensatz zum geplanten Angebot entsprechen die Portokosten dabei allerdings den normalen Tarifen. Zudem kommen weitere Gebühren für jede Briefseite hinzu.